„Der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig“

Juden und Christen feiern in diesem Jahr ihre hohen Feste Pessach/Ostern und Schawuot/Pfingsten an denselben Tagen. Beide Festpaare sind mit demselben zeitlichen Abstand von 50 Tagen aufeinander bezogen, und nicht nur das: Es gibt auch klare inhaltliche Bezüge, denn ohne Pessach kein Ostern, und ohne Shawuot kein Pfingsten.
Das Pfingstereignis hat sich anlässlich des Zusammentreffens der Jünger Jesu zum Schawuot-Fest zugetragen. Wird an Pessach der Befreieung aus der Sklaverei unter den Ägyptern gedacht, wird an Ostern der Befreiung aus der Sklaverei unter Satan (und damit einhergehend unter dem Tod) gedacht. Die Parallelen setzen sich in Shawuot fort, welches der zweiten Gabe der zehn Gebote am Berg Sinai gedenkt, die sich die Israeliten – im Gegensatz zum ersten Mal – verdienen mussten. Am christlichen Pfingsten wird der Herabkunft des Heiligen Geistes gedacht, der nach christlicher Überlieferung eben diese wichtigen Gebote Gottes nicht mehr auf Steintafeln sondern aus Liebe und Gnade direkt in die Herzen der Menschen schrieb:

Jer. 31, 33:  Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit dem Haus Israel schließe – Spruch des HERRN: Ich habe meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir Volk sein

Apg 2, 17ff: „In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. Auch über meine Knechte und Mägde werde ich von meinem Geist ausgießen in jenen Tagen und sie werden Propheten sein.“

Hier zitiert der Schreiber unmittelbar den Propheten Joel 3, 1 ff:

„Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen. Auch über Knechte und Mägde werde ich meinen Geist ausgießen in jenen Tagen. (…) Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem gibt es Rettung, wie der HERR gesagt hat, und wen der HERR ruft, der wird entrinnen.“

und weiter:

2 Kor 3, 6 ff „Er hat uns fähig gemacht, Diener des Neuen Bundes zu sein, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig. Wenn aber schon der Dienst des Todes, dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, so herrlich war, dass die Israeliten das Gesicht des Mose nicht anschauen konnten, weil es eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war, wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein? Denn wenn schon der Dienst der Verurteilung herrlich war, so ist der Dienst der Gerechtigkeit noch viel herrlicher.“

Der in Stein gemeißelte Buchstabe hat mich spontan an einen Grabstein erinnert, vielleicht eine nicht nur rein zufällige Assoziation? Immerhin starben bei der Gabe des Gesetzesbuchstabens 3000 Mann wegen ihres Ungehorsams, bei der Gabe des Heiligen Geistes wurden 3000 Mann „lebendig“ gemacht:

2 Mose 32, 27 f “ Er sagte zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Jeder lege sein Schwert an. Zieht durch das Lager von Tor zu Tor! Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nachbarn. Die Leviten taten, was Mose gesagt hatte. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann.

Apg2, 41: „Die nun, die sein Wort annahmen, ließen sich taufen. An diesem Tag (Pfingsttag) wurden ihrer Gemeinschaft etwa dreitausend Menschen hinzugefügt.

Ja, ich bin Christen, und ich kann nicht anders, als diese Schriftstellen und die dahinter stehenden Ereignisse zu verknüpfen und aus christlicher Sicht zu interpretieren, aber es steht sicher jedem frei, diese Sichtweise anzunehmen oder zu verwerfen.

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