Die Sünde wider den Heiligen Geist?

Am heutigen Pfingsttag gedenken die Christen der Herabkunft des Heiligen Geistes, den Jesus zu seinen Freunden gesandt hat, damit er ihnen in Zukunft in ihrer Mission ihr Beistand sei. Bei Matthäus gibt es diese eigentümliche Schriftstelle, die von der Sünde wider den Heiligen Geist spricht, welche die einzige Sünde sei, die nicht vergeben werden könne:

Mt 12, 31

Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird’s nicht vergeben, weder in dieser noch in der künftigen Welt.

Dieser Satz Jesu fiel im Zusammenhang damit, dass die Pharisäer und ein Teil des jüdischen Volkes in einem Streitgespräch Jesus als den Messias, den wahren Sohn Gottes und damit als inkarnierten Gott ablehnten. DIESE Ablehnung in Kombination mit der Unterstellung der satanischen Besessenheit ist die Sünde wider den Heiligen Geist. Er würde die Dämonen durch Beelzebub austreiben (Mt 12, 24). Diese Sünde betraf damals das jüdische Volk. Die Folge war die Zerstörung des Tempels und die Vertreibung in alle Welt mit all ihren Folgen. In der Endzeit erst sollten die Juden wieder in ihr gelobtes Land heimkehren, und dies wurde mit dem Beginn des Zionismus Ende des 19. Jahrhunderts und in Vollendung mit der Gründung des Staates Israel und der Heimkehr aller Juden, die dies möchten, erfüllt. (Jer 32, 73; Jes 11, 12; Hes 28, 25; Hes 37, 21 und zahlreiche weitere)

Nun könnte man meinen, uns Heutige beträfe diese Sünde also nicht mehr, aber weit gefehlt! Auch wir können die Sünde wider den Heiligen Geist begehen, nämlich dann, wenn wir Jesus als Messias und wahren Sohn Gottes ablehnen und damit den Heiligen Geist verneinen und unterminieren, obwohl wir es besser wissen könnten, weil wir die Schriften und den Heiligen Geist zur Erkenntnis bei uns haben.

Genau genommen, ist es die Apostasie, die diese Sünde darstellt, die nicht vergeben werden kann:

2 Thess 2, 3-9

Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch des Frevels offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Heiligtum heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? Und jetzt wisst ihr, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit. Denn das Geheimnis des Frevels ist bereits wirksam; nur muss der, der es jetzt aufhält, erst hinweggetan werden; und dann wird der Frevler offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus töten mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt. Der Frevler aber wird kommen durch das Wirken des Satans mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern.

„der, der es jetzt aufhält“ ist der Heilige Geist, den Jesus zu Shavuot, bei den Christen Pfingsten, gesandt hatte.

Der Abfall, von dem hier die Rede ist, heißt im griechischen Original „apostasia“. Die Verführer, von Satan getrieben, kommen folglich mehrheitlich aus der Christengemeinschaft selbst, seltener von außen, denn der Geist des Antichristen kann nur in den Christen selbst auf fruchtbaren Boden treffen, da nur sie ihn mit Jesus Christus, den er täuschend echt imitiert, verwechseln können. Das liegt logischerweise in seiner Natur. Seit der Zeit der Aufklärung sind ohne Not unzählige Christen vom Glauben abgefallen, und heute beschleunigt sich dieser Prozess exponentiell, nicht zuletzt durch die Kirchen selbst verschuldet, in denen der antichristliche Geist sein Unwesen treibt!

Dieses Phänomen des Abfalls in den letzten Tagen (sic!) beobachte ich in vielen Gemeinden, vor allem in zahlreichen protestantischen. Was ich mir da oft bei Trauerfeiern auf Friedhöfen anhören muss, ist entsetzlich. Ich schrieb schon des Öfteren davon. Da wird zunächst wie selbstverständlich schamlos die Bibel als das göttlich eingehauchte Wort geleugnet, dann wird die Gottessohnschaft Jesu geleugnet und damit auch seine Göttlichkeit. Die Tendenz geht sogar dahin, seine Auferstehung von den Toten nur noch als Symbol, aber nicht mehr als physische Tatsache zu betrachten. Jesus wird nur noch als ein guter Mensch unter vielen dargestellt. DAS ist der Geist des Antichristen.

Auch der Erfinder des Islam war vom antichristlichen Geist beseelt, denn er stellte Jesus im Koran lediglich als einen Propheten dar, obwohl er es hätte besser wissen müssen. Sich selbst setzte er gar an die Stelle des Heiligen Geistes, denn er sah sich als den von Jesus angekündigten Tröster. Die meisten dieser Interreligionsapologeten wissen das nichtmal! Naive Christen, die hören, dass Moslems auch an Jesus glauben, möchten dann schnell mit ihnen gemeinsame Sache machen. Die Moslems glauben schon an Jesus, aber eben nur an einen Propheten Jesus, nicht an den wahren und lebendigen Sohn Gottes, den Messias. Darum muss für einen Christen jede Art interreligiöser Aktion mit Moslems und anderen Religionen tabu sein. Es wäre sonst in Wahrheit sehr schnell eine Sünde wider den Heiligen Geist, denn entweder betet ein Christ zum dreieinigen Gott, oder er betet einen Götzen an. Wenn ein Christ die Gottessohnschaft Jesu leugnet, ist er verloren!

Das Pfingstfest wird gern dazu benutzt, neue Lehren zu implementieren, nach dem Motto: „Der Geist weht wo er will und spornt uns zu einem neuen Aufbruch an!“ Sofern dieses Wehen nicht nur in der Wunschvorstellung derjenigen Köpfe besteht sondern sich mit 1 : 1 mit dem Wort Gottes in der Bibel deckt, kann ich dem zustimmen. Leider findet aber auf diesem Gebiet sehr viel Missbrauch statt, der Wunsch wird der Vater des Gedankens, nicht der Heilige Geist. Die Geistlichen müssen sehr vorsichtig sein, keine neuen und damit falschen Lehren zu verbreiten! Die Bibel ist abgeschlossen, auch für unsere Zeit. Wenn sich dieser neue Aufbruch nicht mit dem Wort Gottes deckt, Finger weg, denn auch DAS ist das Wirken des Antichrist.

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Eine Antwort zu Die Sünde wider den Heiligen Geist?

  1. Karl schreibt:

    Ein sehr guter Kommentar.
    Aufklärend und verdeutlichend was den Begriff „Sünde wider dem heiligen Geist“ verdeutlicht.
    Danke dafür

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