Offener Brief an Herrn Erzbischof Becker, Paderborn

Sehr geehrter Herr Erzbischof Becker,

bei der Suche nach Ihrer E-Mail-Adresse fiel mir auf, dass Sie als Oberhirte für mich, Ihr „Schaf“, leider nicht direkt erreichbar sind, also wähle ich diesen Unweg über Ihr Generalvikariat und schreibe Ihnen diesen offenen Brief, den ich auch auf meinem unten stehenden Blog veröffentlichen werde.

Am vergangenen Wochenende habe ich in den Messen mehrmals aufgrund meiner Organistentätigkeit Ihren Fastenhirtenbrief gehört, und er hat heiligen Zorn in mir erregt. Ich als Christin bin zur Priesterin, Königin und Prophetin gesalbt und wiedergeboren durch den Heiligen Geist in Christus, und so habe ich das Recht und in diesem Falle auch die Pflicht, Ihnen zu widersprechen.

Sie verneinen das überkommene Weltbild vom Menschen als „Mittelpunkt der Welt“ und sehen sich und offenbar alle Menschen „vielmehr als eines von vielen Geschöpfen, die sich gemeinsam um Gott als ihre Mitte bewegen und die von ihm her gehalten sind.“

NEIN! Ich widerspreche energisch!

Woher stammt dieses von Ihnen als überholt und fatal dargestellte Weltbild? Es entstammt direkt der Heiligen Schrift. Am sechsten Tag schuf Gott den Menschen, dieser war die Krönung seines Schöpfungswerkes, als Gottes Ebenbild, und nicht eine Erfindung von Lebewesen in einer Reihe mit allerhand anderen Erfindungen wie Schweinen, Ratten und Affen: 1 Mose 1,26: Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen!…

Die Geschöpfe sind nicht das Ebenbild Gottes, wohl aber der Mensch. Gott als Schöpfer agiert als Elohim in der Schöpfungsgeschichte, als plurale Gottheit, wir sind das Ebenbild dieser Elohim, dieser „Götter“, der Heiligen Dreieinigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist; wir sind die von IHM geschaffene Dreieinigkeit aus Körper, Seele und Geist. Kein Tier, keine Pflanze, kein Stein hat dieses Privileg, nicht einmal die Engel!

Es gibt zahllose weitere Belege für die Sonderstellung des Menschen, z. B. Psalm 8, 5 ff. Er hat uns nur wenig geringer gemacht als sich selbst, hat uns mit Herrlichkeit und Pracht gekrönt und uns das Werk seiner Hände zu Füßen gelegt. Jesus selbst bezieht sich auf Psalm 82, 6 als er sagte: „Steht nicht in eurem Gesetz, ihr seid Götter?“ (Joh. 10, 34). Er hat diesem Gesetz, das ja von ihm selbst kommt, nicht widersprochen.

Wohl aber ist die Schöpfung durch die Übertretung des Menschen eine gefallene Schöpfung. Die Leugnung der Existenz Satans durch die heutigen vermeintlich aufgeklärten Menschen ist das Beste, das diesem gefallen Cherub passieren konnte, so hat er leichtes Spiel. Der Mensch ist Satan auf den Leim gegangen und hat damit die gesamte Schöpfung mit in den Abgrund gerissen. Seitdem herrscht nicht nur im Tierreich das Prinzip vom Fressen und Gefressenwerden, sondern leider eben auch im Reich der Menschen in jeder erdenklichen Variante. Ja, dieses Leid hat der Mensch durch die Übertretung selbst verursacht, dazu gehören eben auch die unzähligen fatalen Ursache-/Wirkungsketten im Bezug auf Umweltverschmutzung, Ungerechtigkeiten, Leid und Tod. Niemals aber kann der Mensch dieses Problem aber selbst lösen, diese Annahme wäre sündhafte Selbstgerechtigkeit, ganz so, wie Satan es ihm einflößt. Der Mensch hat seine gottgegebene Herrschaft über die Welt an Satan abgetreten und ist daher heute nicht in der Position, diese Dinge zu ändern. Jesus allein – dazu braucht er keine Menschen – hat den Fluch der Verdammung durch sein einmaliges Opfer vom Menschen weggenommen; die Befreiung der Schöpfung aber steht noch aus, aber sie ist nicht Aufgabe des Menschen, sondern die Schöpfung liegt immer noch in Geburtswehen (Römer, 8, 19 ff) und wartet auf die Wiederkunft des Messias. Es lag einmal der Löwe beim Lamm, das Kind hätte am Schlupfloch der Natter spielen können, aber der Adam, der aus Blut, hat es durch seine willentlich bewusste Entscheidung gegen Gottes Gesetz vermasselt.

Natürlich sollen wir rücksichtsvoll und mitfühlend mit der uns anvertrauten Schöpfung umgehen und keinen Raubbau an ihr treiben, aber nicht aus dem Irrtum des Selbstverständnisses, nur eine Art unter Vielen zu sein, sondern aus dem Auftrag Gottes heraus. Tatsächlich ist die Begrifflichkeit im Hebräischen im Bezug auf den Herrschaftsauftrag und das Untertanmachen der Erde aus unserer heutigen Sicht ein recht brutaler Akt, eine Art Niedertreten, Niederhalten, nichts Liebevolles. Untertanen hatten kaum Rechte, sie wurden bis zur Erschöpfung ausgebeutet, so dass sie gerade noch am Leben blieben. Es mag uns im Ökozeitalter nicht gefallen, aber so steht es nun einmal geschrieben. Wer sind wir, Gottes Wort in Zweifel zu ziehen?

Ich halte es für eine brandgefährliche Entwicklung unserer Gesellschaft, der die Kirche nicht nachgeben darf, den Menschen zu einem kreatürlichen Wesen unter vielen zu degradieren, ihm die besondere Stellung der Gotteskindschaft in der Schöpfung völlig ohne Not abzusprechen, denn genau diese Gotteskindschaft leugnet man im Umkehrschluss, wenn man die Schöpfung auf seine Stufe erhebt, und der eifersüchtige Satan freut sich und hat einen Etappensieg errungen.

Dieser Ungeist, der den Verlockungen des Humanismus entspringt und letztendlich ein tückischer Trick Satans ist, um unsere Gotteskindschaft in Frage zu stellen, stammt fatalerweise einer zunächst gutgemeinten und redlichen Intention. Natürlich ist es gut und wichtig, Rücksicht auf die Natur und die Mitgeschöpfe zu nehmen. Das darf aber nicht soweit gehen, dass wir unsere Stellung vor Gott damit infrage stellen und dadurch Satan den großen Gefallen tun, seiner Eifersucht auf unsere Gotteskindschaft zu entsprechen und ihm diesen Etappensieg zu schenken. Jesus war kein Ökoguru, der die Tiere dem Menschen gleichstellte, er hat eine Schweineherde geopfert für einen besessenen Menschen, Fisch gegessen, Fleisch gegessen, im Gleichnis Spatzen für ein paar Pfennige verkauft, nicht Menschen.

Jesus war nicht solidarisch mit „anderen und allem was lebt“, er hat schlichtweg als einziger der Menschen, in seiner Eigenschaft als Gottmensch, das Gesetz Gottes, das bei Moshe niedergeschrieben ist, erfüllt. Der Begriff „Solidarität“ ist in unserer Zeit stark politisiert und daher im Zusammenhang mit Jesus zutiefst unpassend, denn er lenkt das Augenmerk von dessen Göttlichkeit weg und betont seine Menschlichkeit, aber auf diese kam es nicht an. Als nur solidarischer, empathischer guter Mensch hätte sein Opfertod keinen Wert gehabt.

Die ganze Ökobewegung, dazu gehört auch der Ungeist des Gendermainstreaming, der den Menschen zum reinen Beliebigkeitsprodukt seines sozialen Umfeldes deklassiert, ist amokläufig geworden, der Schwanz wedelt gewissermaßen mit dem Hund, er hat sich zum Selbstzweck erhoben. Genau dem müssen wir als Christen entschieden entgegentreten und nicht auch noch auf diesen fahrenden Zug aufspringen, nur, um in gewissen Kreisen Gefallen zu erkaufen. Je mehr wir uns der Welt anbiedern, desto mehr wird sie uns verachten. Wir sind IN dieser Welt aber nicht VON dieser Welt. Wir machten uns sonst zum Büttel einer im Letzten zutiefst menschenverachtenden Ersatzreligion, die ihrerseits ein Machwerk Satans ist. DAS sind die Zeichen der Zeit, die wir erkennen müssen.

Es grüßt Sie herzlich in christlicher Verbundenheit

Henny Jahn

Hier der Fastenhirtenbrief als PDF-Download >>>

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