Die Mysterien des Karfreitags, Teil 2

Der Zeitpunkt des Karfreitags für die Hinrichtung Jesu ist kein Zufall. Um das zu begreifen, muss man einige Bibelstellen genauer lesen und sie auch mit den Prophetien des ersten Testaments in Verbindung setzen. Der Kreuzigungszeitpunkt steht im engen zeitlichen und inhaltlichen Zusammenhang mit dem jüdischen Pessachfest.

Zu Pessach wurde das Pessachlamm geschlachtet. Diese Tradition geht auf DAS zentrale Ereignis der Israeliten in der ägyptischen Gefangenschaft zurück. Das hebräische Wort פסח pessach ist abgeleitet von einem Wortstamm mit der Bedeutung „auf-/gegen-/zurückstoßen“ oder „abprallen“.  Es bezeichnet in Ex 12,13 das „Vorübergehen“, „Auslassen“ oder „Überspringen“ hebräischer Häuser während Jahwehs Strafgericht an den ägyptischen männlichen Erstgeborenen in der Nacht des Auszugs aus Ägypten. Die Hebräer sind dabei verschont geblieben, weil sie beide Türpfosten und den Türsturz mit einem Schutzzeichen aus Blut markiert haben (Ex 12,27). Mit etwas Fantasie ziehe man die Türpfosten in der Mitte zusammen und erhält so das Zeichen des Kreuzes, ein deutlicher Hinweis auf den Kreuzestod Jesu.

Blut war immer im Spiel, wenn es um Sühne ging. Die Schlachtopfer im Tempel waren Sühneopfer, das Besprengen des Gnadenthrons (des Deckels als Ort des Wohnsitzes Gottes auf Erden zwischen den goldenen Cherubim) der Bundeslade durch einen Priester an Yom Kippur diente der Sühne der Sünden des ganzen Volkes. Die Türpfosten vor dem Exodus wurden AUSSEN mit Blut bestrichen, nicht, damit die Hebräer es sahen sondern damit Gott es sah. Das letzte und für immer vollgültige und einmalige Opfer Jesu Christi versöhnte und versöhnt Gott ein für allemal mit denen, die Jesus als ihren Messias annahmen und annehmen.

Jes 53, 4: „Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen.“ Dadurch, dass Jesus all unsere Krankheiten – die der vergangenen, der gegenwärtigen und die aller zukünftigen Generationen gleichzeitig bei seiner Folter und Kreuzigung auf seinem Leib getragen hat, konnte er nicht mehr aussehen wie ein Mensch, er war bis zur Unkenntlichkeit entstellt, eine wahrhaft alptraumhafte Erscheinung. Man denke nur, welche fürchterlichen Krankheiten es gibt, und diese alle gebündelt auf eine Person! Vermutlich hatte er nicht mal mehr einen Fetzen Haut auf seinem Rücken durch die Auspeitschung.

Mir ist keine Kreuzdarstellung bekannt, die DAS wirklich darzustellen vermag, denn immer ist da noch eindeutig ein Mann identifizierbar, aber Jesaja prophezeite in 52, 1: „Wie sich viele über dich entsetzt haben – so entstellt war sein Aussehen, mehr als das irgendeines Mannes, und seine Gestalt war nicht mehr die der Menschenkinder“ Wer DAS gesehen hat, wird es wohl nie wieder losgeworden sein.

Zur Kreuzesfolter kam eine Finsternis, die Sonne verdunkelte sich. Mt 27,45 „Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde.“ (Ebenso Mk 15,33)

Gott verhüllte sein Gesicht, er wandte sich ab von all den Sünden, die auf dem Leib seines Sohnes lagen, denn sie konnten vor seinem Angesicht nicht bestehen. Sie wurden durch das Feuer seines Zorns am Leib seines Sohnes verzehrt. Jesus hat sie freiwillig an unserer statt ganz allein auf sich genommen. Ihn traf des Vaters ganzer Zorn stellvertretend für uns. In dieser Abgewandtheit sprach Jesus zum ersten und einzigen Mal seinen Vater nicht mehr mit „Vater“ oder „Papa“ an sondern mit „Gott“, „mein Gott“, „Eli“ אלי . „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46 und Mk 15, 34)

Es war dieselbe Gottesferne, die er in diesem Moment – stellvertretend für uns – verspürte, die viele Menschen verspüren angesichts ihrer schweren Krankheiten, Sorgen und Nöte, denn in seinem Opfer hat er sie vollumfänglich und ein für allemal für uns alle getragen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, vom Kreuz herabzusteigen, aber dann hätte er seine Mission für die Menschen nicht erfüllen können. Satan hätte das wohl gern gesehen, so, wie er ihn in der Wüste versucht hat. Das überaus blutigste Opfertier war ER selbst. Hier wird auch die Übertragbarkeit des Schutzzeichens an den Türpfosten aus Exodus offenbar.

Jesus wurde für uns zur Sünde gemacht: 2. Korinther 5,21:
„Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“

Als der Zorn Gottes gestillt war, wurde es nach der großen Finsternis wieder hell, das Sühneopfer war angenommen. So waren Jesu letzte Worte: „Es ist vollbracht.“ Der Zorn Gottes war gestillt, und das ist er bis auf den heutigen Tag für alle, die an IHN glauben. Gott sieht uns nun durch den Sohn, der immer gerecht und geheiligt ist. Der Glaube allein macht uns gerecht. Sonst vermögen wir nichts aus eigener Leistung, nur durch Glauben an den Sohn und sein vollgültiges Opfer zur Tilgung unserer Schuld und Heilung unserer Krankheiten. Aus eigener Kraft vermögen wir das nicht.

Dann neigte er das Haupt und übergab seinen Geist dem Vater. Dieser Sterbeprozess war also ein aktiver, willentlicher Vorgang. Er selbst bestimmte den Moment seines Todes.

Das Mazenbrot des Sedermahles symbolisiert für die Christen den Leib Christi:
ungesäuert, weiß: Zeichen für die Sündenreinheit Jesu
die Bruchmarken: Zeichen für die Striemen der Peitsche und den zerbrochenen Leib
die Brandflecken: Zeichen für den Schmerz der Sünde und Gottes vernichtenden, brennenden Zorn
die Löcher: Zeichen für die Nagelwunden und die Wunden der Dornenkrone

Die Fortsetzung dieses Textes erfolgt in Kürze.

Der erste Palmsonntag im Jahre 30 >>>

Teil 1, Mysterien des Karfreitags >>>

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