Der erste Palmsonntag im Jahre 30

Das Volk jubelte ihm zu: „Hosanna dem Sohne Davids!“ was nach jüdischem Verständnis nichts anderes war als ein Messiasbekenntnis. Alles, was die Propheten verkündet hatten, war eingetreten. Es spielte sich ab im Jahre 30 unserer Zeitrechnung, 40 Jahre vor der Zerstörung des Tempels in Jerusalem als Strafe für die Sünde wider den Heiligen Geist, die Ablehnung des Messias durch den Sanhedrin (40 Jahre/Tage, biblisch immer Zahl der Läuterung). Das gemeine jüdische Volk verehrte Jesus als den verheißenen Messias, denn er hatte vor ihren Augen allen zum Zeugnis die drei notwendigen messianischen Wunder vollbracht, durch die er sich zu erkennen gab, aber der Hohe Rat lehnte ihn ab, aus niederen Motiven, aus Gründen ihres Machterhalts.

Die drei Messianischen Wunder:

  1. Die Heilung eines Aussätzigen (Lk, 5, 13). Nie zuvor wurde jemand vom Aussatz geheilt, diese Heilung war nur dem Messias möglich, und genau deswegen sollte sich der Aussätzige den Priestern zeigen, als Zeichen dafür, dass der Messias gekommen war. Natürlich gestattete diese Heilung dem ehemals Aussätzigen auch die Wiederaufnahme in die Gesellschaft, aber das ist hier nur eine Nebensache. Natürlich machte diese Heilung den Hohen Rat hellhörig.
  2. Die Austreibung eines stummen Dämons (Math. 12,22) Nach jüdischer Vorstellung konnten Dämonen nur ausgetrieben werden, wenn man sie bei ihrem Namen ansprach. Deshalb erfolgte vor jeder Austreibung die Befragung des Dämons, der durch den Mund des Besessenen sprach, nach seinem Namen. Ohne Name keine Austreibung. Ein stummer Dämon aber kann seinen Namen nicht nennen, und dennoch wurde dieser von Jesus ausgetrieben.
  3. Die Heilung eines Blindgeborenen (Joh. 9, 1-41) Einige Juden konnten durchaus Blindgewordene heilen, nie aber Blindgeborene, das war nur dem Messias möglich. Die hartnäckige Befragung der Eltern und des Betroffenen durch den Hohen Rat zeigt, welche Bedeutung sie diesem Ereignis beimaßen.

Jesus gab ihnen noch eine weitere, letzte Chance, er gab ihnen das „Zeichen des Jona“, die Auferweckung des Lazarus, eine Art Vorwegnahme seines eigenen „Zeichen des Jona“, seine Auferstehung. „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein“ (Mat. 12,40)

Nach jüdischer Vorstellung schwebt die Seele des Verstorbenen noch drei Tage lang über dem Leichnam, bevor es definitiv kein Zurück mehr gibt. In dieser Phase gab es damals mehrere Erweckungen. Deshalb musste Lazarus einen Tag länger, also vier Tage tot sein. Auch der Hinweis auf seinen Geruch impliziert die Tatsache seines echten körperlichen Todes deutlich. Dann vollbrachte Jesus an ihm das „Zeichen des Jona“ und erweckte ihn zum Leben. (Joh. 11, 1 – 45)

In Vers 45 heißt es: „Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.“ Viele Juden liebten ihn. Im Schrifttext folgt nun die Beratung des Sanhedrin in seiner Argumentation, wie man vorgehen sollte, dann kam der Tötungsbeschluss, Vers. 53: „Von diesem Tag an waren sie entschlossen, ihn zu töten.“ Die Juden aber durften unter der römischen Besatzung keine Todesurteile vornehmen und vollstrecken, also musste ein Plan her.

Dies zeigt aber auch klar auf, dass es nicht DIE Juden waren, die Jesus ans Kreuz hetzten sondern in erster Linie der Hohe Rat und seine treuen Gefolgsleute. Leider wurden die damaligen Ereignisse verkürzt aufgefasst und immer wieder zum Anlass für Pogrome gegen Juden durch Christen. Sie glaubten, Gott mit der Tötung von Juden einen heiligen Dienst zu erweisen, welch ein grausamer Irrtum! Dieselben vergaßen allzu gern, dass Jesus selbst Jude war und sprach: „Das Heil kommt von den Juden!“ (Joh 4, 22) Die Evangelien belegen immer wieder, dass durchaus nicht das gesamte jüdische Volk einverstanden gewesen ist mit der Verurteilung Jesu. Warum auch, da sie seine Wunder, auch die messianischen Wunder, gesehen hatten und zum Teil an ihrem eigenen Leib selbst erfahren hatten, zuletzt eben die Auferweckung des Lazarus. Der Hohe Rat musste seine üblen Machenschaften deswegen vor dem Volk verbergen. Dafür spricht die gesamte Heimlichtuerei rund um den Prozess Jesu, der gegen eine ganze Reihe Mosaischer Gesetze verstieß, dazu aber später mehr. Der Erlass war klar: Wer Jesus als Messias anerkennt, ist fortan aus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen. Das gilt in orthodoxen jüdischen Kreisen übrigens bis heute.

Die Fortsetzung dieses Textes erfolgt in Kürze.

*sehr empfohlen seien dem interessierten Leser zu diesem großen Themenbereich die Bücher von Arnold Fruchtenbaum.

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2 Antworten zu Der erste Palmsonntag im Jahre 30

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