Der barmherzige Samariter als Knüppel in die Hölle

Es ist jedes Mal wieder ein Ärgernis, wenn Prediger in der Kirche ihre Position missbrauchen, um dem vermeintlich dummen Volk ihre politische Agenda aufs Auge zu drücken. Als anständiger Kirchgänger hält man artig den Mund und widerspricht dem Prediger während seines belehrenden Monologs nicht, lässt ihn stattdessen irgendwie über sich ergehen; wo kämen wir auch hin, wenn das endlich so lang herbeigesehnte mündige Kirchenvolk coram publico widerspräche?

So wohnte ich heute einer gleichermaßen uninteressanten wie vorhersehbaren Interpretation der Worte Jesu vom Gleichnis des barmherzigen Samariters bei. (Tagesevangelium des 15. Sonntags im Jahreskreis, Lk 10, 25-37) Was auch läge näher, als dieses Gleichnis gegen all diejenigen als Knüppel zu benutzen, die die Massenimmigration nicht gutheißen?

Da sind Priester und Levit, die den ausgeraubten und zusammengeschlagenen Mann blutend in der Gosse liegen ließen. Ihre Motive bleiben ungenannt. Ausgerechnet aber ein Angehöriger der erklärten Feindvolksgruppe der Samaritaner nahm sich seiner an, reinigte und verband seine Wunden und brachte ihn zur Genesung in eine Unterkunft, für die er den Wirt reichlich entlohnte. Soweit, so einfach dieses Gleichnis.

Die vorangehende Frage zu diesem Gleichnis war diejenige eines Gesetzeslehrers an Jesus: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“

Nun kam die unvermeidliche Eröffnung der Predigt mit der aktuellen Migrationspolitik: Salvini! Oh je, Salvini, dieser italienische Innenminister! Schließlich hat der ja auch tausend Begründungen, warum er die Flüchtlinge vom Mittelmeer nicht in sein Land lassen will, und warum ihm die Italiener vorgehen (wie Priester und Levit aus dem Gleichnis auch ihre Gründe hatten) „Kommt Salvini in die Hölle?“ so fragte der Prediger suggestiv.

Dann Rackete, die Rettungsbootkapitänin, die hat sich schließlich, genauso wie der Samariter, über geltende Gesetze/Regeln (Samaritaner verkehrten üblicherweise nicht mit Juden) hinweggesetzt und Barmherzigkeit gezeigt. „Kommt Rackete jetzt in die Hölle“? Diese mehr als suggestiven Fragen, auf die jeder noch frühstücks- und bettschwere und denkträge Kirchenbesucher sofort gerufen hätte, „Nein, natürlich ist Rackete der barmherzige Samariter (und kommt in den Himmel“, und Salvini, der hartherzige, böse Menschenhassernazi, kommt in die Hölle), sind genau diese Art von Manipulation, die man getrost populistischen Politikern zutrauen kann, nicht aber einem Priester in Ausübung seines Amtes, auch keinem Alt-68er, denn selbst die müssten inzwischen dazugelernt haben.

Leider endete die Auslegung hier im Großen und Ganzen. War auch nicht anders zu erwarten. Was der Prediger aber NICHT hervorhob, ist die Tatsache, dass der barmherzige Samariter für Unterkunft und Verpflegung des geschundenen Mannes höchst SELBST aufkam und nicht andere für seine Barmherzigkeit zahlen ließ. Dies ist keine Spitzfindigkeit sondern DER entscheidende Haken an diesem ganzen schrägen Vergleich.

Wenn Frau Rackete so gern Flüchtlinge retten möchte, dann soll sie doch auch für ihre Unterkunft und Verpflegung selbst zahlen. Oder hat der Samariter etwa den verletzten Mann zum Wirt gebracht, er hätte ihn nun gefälligst zu versorgen, ansonsten wäre er ein böser Nazi und käme in die Hölle? Was für Frau Rackete gilt, gilt auch für Frau Merkel, die Steuergelder in zig Milliardenhöhe denjenigen entzieht, die diese hart erwirtschaftet haben. Dies gilt überhaupt für all diese Flüchtlingsprotagonisten einschließlich des Predigers, die sich zwar gern in der Sonne des Superchristengutmenschen sonnen, aber andere dafür blechen lassen. Er hat meinem Wissen nach keinen einzigen Flüchtling bei sich zu Hause. Für meine private Barmherzigkeit andere bezahlen lassen, kann wohl kaum eine ethisch vertretbare Handlungsweise sein. Staatsleute sind in erster Linie ihrem Volk verpflichtet, und schon Jesus sagte: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist (Mk 2). Wenn jeder die Gesetze demokratischer Staaten gemäß seiner privaten Herzensanliegen auslegt und übertritt, haben wir bald eine Art Anarchie des Gutmenschentums, das sich mit dem Menschentum des vernunftbegabten Denkens ums Existenzrecht prügelt.

Salvini sagte sinngemäß, dass er sich zuerst um die Versorgung seines eigenen Volkes kümmern werde, und wenn kein Italiener mehr hungern müsse, erst die Afrikaner an die Reihe kämen. Salvini handelt als Staatsmann und nicht als Privatmann wie der barherzige Samariter, im Gegensatz zu Frau Merkel, die die Flüchtlinge an der ungarischen Grenze in ihrem privaten Gewissen nicht ertrug und ihr ganzes Volk mit in die Haftung nahm, somit den deutschen Steuerzahlern nicht nur Milliardensummen aufhalste, die an wichtigen Stellen fehlen, sondern eine ganze Gesellschaftsordnung in Gefahr gebracht hat. Das tat der barmherzige Samariter nicht, er hat alles höchst selbst gestemmt. Auch Frau Merkel hat übrigens keinen einzigen Flüchtling aufgenommen, den sie privat versorgt und integriert. Deshalb also: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.

Lasst den Staat seine Arbeit machen, und wenn ihr meint, ihr müsstet Flüchtlingen helfen, dann zählt erst einmal euer Geld, ob ihr das auch von eurem privaten Geld stemmen könnt oder sammelt dazu Spenden, aber verschont eure Mitmenschen mit dieser Zwangsbeglückung!

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Eine Antwort zu Der barmherzige Samariter als Knüppel in die Hölle

  1. Cayceportal schreibt:

    Ich kann oft nur noch den Kopf schütteln über die ständige Politisierung in den Amtskirchen, deren Aufgabe doch eine ganz andere ist …

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