Nachlese: Evangelische Verheerungen

Jüngst ging der evangelische Kirchentag zu Ende, und man reibt sich verwundert die Augen über so manche Äußerungen der Bejubelten. Frei nach dem Motto „Ist das Kunst oder kann das weg?“ weiß man da nicht immer so genau, ob gewisse Äußerungen Satire sind oder völlig ernst gemeint.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann, die sich – wie die meisten evangelischen Theologen- derzeit vor allem an der AfD berühmtschimpft (vermutlich sind ihnen die theologischen Themen ausgegangen), beschwor den hitlerschen Arierparagraphen herauf und erging sich in ihrer geistigen Tageshöchstleistung folgendermaßen: “Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern: Da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht”

Wie mir heute in einem Spendenaufruf zur Vorfinanzierung des Prozesses gegen sie mitgeteilt wurde, strebt eine rührige Gruppe von mündigen Bürgern eine Anzeige mit konsequent sich anschließendem Strafverfahren wegen „Volksverhetzung und Hassrede gegen eine Bevölkerungsgruppe“ gegen Frau Käßmann an, gut so.

Bischof Markus Dröge sah sich durch die Kritik der AfD an den Christenverfolgungen weltweit und vor allem derzeit durch den Islam veranlasst, folgendes sinngemäß kundzutun: „Man darf Christenverfolgung auch nicht dramatisieren“, vor allem dann nicht, wenn sie mit dem Koran gerechtfertigt wird und die AfD das stört.  Nö sicher, Christen sind ja die weltweit am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft, da kommts nicht auf ein paar mehr oder weniger an, da gibts ja schließlich genug von, Hauptsache, man kann gegen unbequeme politische Meinungen agitieren.

Petra Bosse-Huber, Auslandsbischöfin der EKD verkündete geistreich: „Es braucht noch viel theologische Arbeit, um die Bilder auszurotten, dass nach der Bibel Mann und Frau füreinander geschaffen sind.“ aha, interessant, was denn sonst? O.k., im Zeitalter von Genderwahn und sexuellem Beliebigkeitsgefummel ist die Bibel natürlich völlig obsolet und muss dringend umgeschrieben werden, am besten von einer evangelischen Doppelnamen-Theologin, denn die kennen sich da offenbar besonders gut aus. Eines dieser feministisch-genderistischen Machwerke ist die  „Bibel in gerechter Sprache“. Ja, so etwas gibt es wirklich, und die meinen das todernst. O.k., es ist völlig ungerecht, dass Männer keine Kinder bekommen können, verstehe ich ja irgendwie.  Aber was regen sie sich auf? Die Köterrasse (Synonym für Ethnodeutsche, Erstgebrauch von einem getürkten Deutschen, gerichtlich beschieden nicht strafbar) bekommt doch eh keine Kinder mehr, da ist das völlig egal.

Mir klingt das Ganze sehr verdächtig nach einem letzten hilflosen Aufbäumen im längst entschiedenen Todeskampf einer sterbenden Kirche. Da werden notfalls auch die eigenen heiligen Schriften umgeschrieben, angepasst, auf den Kopf gestellt und endlich verraten („wer auch nur den kleinsten Buchstaben des Gesetzes ändert … haben sie wohl überlesen, oder Luther hat das vergessen zu übersetzen). Diese Entwickung hat in den letzten Jahren ständig an Fahrt aufgenommen, genau proportional zu den immer weiter schwindenen Mitgliederzahlen. Der Heilige Geist ist als erstes ausgetreten.

In der Tat: Solch eine Kirche braucht kein Mensch – und Gott erst recht nicht.

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2 Antworten zu Nachlese: Evangelische Verheerungen

  1. Horst schreibt:

    Danke für die Nachlese. Die Kirche, wie sie sich auf dem Kirchen- oder Parteitag präsentiert hat ist nicht meine Kirche. Sollte dieser Ungeist, der alles andere als Heilig zu nennen ist, irgendwann auch in meiner Heimatgemeinde Fuß fassen, wäre das mein Austrittsdatum.

    • Henny Jahn schreibt:

      Sei froh lieber Horst, Dass Du noch eine funktionierende Gemeinde hast. Meiner Erfahrung nach ist das oben Geschilderte nur die Spitze des Eisbergs. Ich begleite musikalisch viele Trauerfeiern aller möglichen Konfessionen und Nicht-Konfessionen und tue dadurch so manchen Blick hinter die theologischen Kulissen, und was ich da von sogenannten Theologen alles höre, schlägt dem Fass den Boden aus. Fronttheologen, sprich: Seelsorger, sind ja eigentlich dazu da, den Menschen Hoffnung zu spenden, stattdessen kommen da reihenweise so Sprüche wie: „Die Chance, dass es soetws wie ein Jenseits gibt , steht 50%“. Bitte was? Haben die ihre Bibel nicht gelesen, ist Christua umsonst gestorben? Oder dieses unsägliche Kantsche Gerede von wegen: „Erst wenn niemand mehr an sie/ihn denkt, ist sie/er wirklich tot“ Das ist Nihilismus pur, Humanismus in seiner verräterischsten Form. An Despoten wird sich die Welt noch in 1000 Jahren erinnern, aber nicht an das brave Mütterchen, also sind Despoten im Gegensatz zu braven Mütterchen unsterblich – oder so. Ein fatales Signal. Ich find es gruselig, wenn Kirchenleute soetwas absondern. Entweder sind sie gefrustet und völlig desillusioniert und stänkern deswegen gegen die Lehre an, oder sie meinen das wirklich ernst. In beiden Fällen gehören sie nicht im Namen irgendeiner christlichen Gemeinschaft auf die Menschheit losgelassen. Gerade in Grenzsituationen wie Trauerfällen müssten sie doch Hoffnung spenden, stattdessen geben sie den Menschen (die z. Teil sogar noch ihr Gehalt bezahlen), den spirituellen Todesstoß, aus meiner Sicht ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. G-tt wird damit fertig, aber die Frage ist, ob die Menschen und sie selbst auf Dauer damit fertig werden.

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