Gesegnete Weihnachten!

Gestern traf ich mich mit einer Bekannten zum Kaffee im Edeka. Wir sprachen über Blogartikel und darüber, dass ich schon länger keinen mehr geschrieben habe. Keine Lust, keine Ideen, doch tausend Ideen, aber da es zu viele sind, am besten mal Klappe halten und still sein. Passt doch zur besinnlichen Jahreszeit.
Dazu passte auch mein gestriger Besuch im Bochumer Einkaufszentrum Ruhrpark, bei dem ich wegen irgendwelcher arbeitsscheuen Elemente, genannt Antifa, über eine halbe Stunde für 150 Meter mit dem Auto von der Autobahn auf das Grundstück brauchte. Die Taugenichtse hatten sich gegen den angeblichen Konsumrausch auf den Zufahrten festbetoniert, Möbel auf die Fahrbahn geworfen, noch allerhand andere Dinge getan, auf die nur Leute kommen können, die vor lauter Langeweile und Frustration mit sich nichts Sinnvolles anzufangen wissen. Dank Hartz IV. „Müßiggang ist aller Laster Anfang“. Omma, Du hattest völlig Recht. Nun konsumiere ich denen zum Trotz noch mehr als vorher, genauso, wie ich allen Gretajüngern zum Trotz mein Auto auch für kürzeste Wege erst recht benutze. Ich kann es mir leisten, also tue ich es. Punkt. Wir leben in einer Demokratie, nicht in einer Demokratur.

Ach richtig, Weihnachten. Wenn man Umfragen zu Ursprung und Herkunft dieses Festes verfolgt, kann einen das nackte Grauen anfallen. Nein, nicht in der Hilfsschule, sondern beim deutschen Durchschnittsnormalbürger. Ich als Berufsörgler bin gottlob nicht genötigt, ab Mitte September Lieder vom rotnäsigen Rentier zu dudeln, denn in der Kirche hat alles seine Zeit, da beginnt Weihnachten am Abend des 24. Dezember, und rotnäsige Rentiere kamen meines Wissens an der Krippe nicht vor. Immerhin. Man sollte mal an Heiligabend eine Umfrage unter den Kirchenbesuchern zur Herkunft des Festes starten, oder besser nicht? Am Ende käme man sich dann vor wie eine Art orgelnder Dieter Bohlen, der Unterhaltungskasper für die gute Stimmung. Also besser nicht fragen. Ich mag es an meinem Kirchenjob, dass dort alles seine richtige Zeit hat. Es soll ja mancherorts aber selbst das aus den Fugen geraten sein.

Ach ja, Weihnachten, das Fest der Liebe. Welche Liebe? In der Familie einen auf eitel Sonnenschein machen, vorher den Betablocker schlucken, um sich nicht über dies oder jenes aufzuregen und den anderen deswegen die Festfreude (wie ist die genau definiert?) zu nehmen? Mir ist dieses ganze Getue ziemlich fremd. Beschenken tun wir uns schon seit Jahrzehnten zu Weihnachten nicht mehr, weil gekauft wird, was gebraucht wird wenn es gebraucht wird, alles andere ist meist irgendwie doch überflüssig. Wir sind füreinander da wenn Hilfe benötigt wird, das ist mehr wert als alle Geschenke dieser Welt. Kein Weihnachtsstress also, kein aus-den-Augen-Verlieren des Wesentlichen. Und so klärt sich der Blick immer mehr auf dieses Fest, das Fest der Liebe, der Liebe Gottes zu uns Menschen, nicht der Liebe untereinander oder was auch immer da hineininterpretiert wird. Es geht nur um Eines: Gott wurde aus Liebe zum Menschen Mensch, um den Fluch des Adam durch sein Erlösungswerk aufzuheben. Der neue Adam (aus Blut) hat sein Blut für alle, die ihn annehmen, vergossen, und dazu musste er auf der Erde als Mensch geboren werden. So einfach ist das, ohne Lametta, ohne Tannenbaumduft, ohne Kitsch, ernst, todernst, kreuzernst.

Heute könnte ER in Bethlehem nicht mehr geboren werden, denn seine jüdische Familie würde vermutlich abgemurkst, bevor sie die Geburtsgrotte erreichen könnte. Davon wird sicher heute Nacht nicht gepredigt, passt nicht in die politische Gemengelage. Stattdessen vielleicht predigt man von hunderten Jesüssen, die auf dem Mittelmeer ertrinken und die wir doch aufnehmen müssten. Bullshit sage ich euch. Wer aufnehmen möchte soll es tun, aber ein Staatsoberhaupt hat in erster Linie Verantwortung für seine Bürger, nicht für Bürger anderer Staaten, und genau deswegen sollte man die berühmte „Bergpredigt“ aus der Politik heraushalten, denn sie war als Handlungsanleitung für Individuen gedacht, nicht für Kollektive wie Staaten. Aber diese Unterscheidung ist zu Weihnachten vielleicht auch schon wieder zu viel verlangt…

Nein, ihr werdet auf eine rührselige Geschichte von mir vergeblich warten, ich bin nicht Angela Merkel, die euch ihre Sozialpolitik auf den Gabentisch spuckt oder der Fernsehonkel, der für gute Stimmung sorgt. Ich bin ein Stachel im Fleisch der Wohlstandsverwahrlosten, und damit meine ich nicht die finanziell Wohlständigen sondern die Denkfaulen, denen das selbständige Denken abtrainiert oder nie antrainiert wurde.

In diesem Sinne: Gesegnete Weihnachten (nein, keine frohen, fröhlichen, sonstwelchen Weihnachten, denn wenn der Segen Gottes darauf liegt, ist all das als Zugabe gleich mit dabei)!

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Eine Antwort zu Gesegnete Weihnachten!

  1. gkazakou schreibt:

    in der Sache bin ich manchem d’accord, außer ein paar mir ganz und gar unverständlichen Verhaltensweisen (wie aus Protest und weil ich es mir leisten kann extra viel SUV fahren etc pp), aber der aggressiv rechthaberische Ton macht mir doch zu schaffen. Er klingt mir arg pharisäerisch – dh nach der Art derer, die Jesus zum Tode verurteilten und noch eins draufmachten, indem sie ihn ans Kreuz nagelten. schade. Es passt nicht zum Anlass und auch nicht zum Christentum. Gesegnete Weihnachten! Und machen Sie es gut,

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