Erlösung durch Vergebung

Kreuz in Kapernaum

Die Christenheit feiert heute die Auferstehung des Herrn Jeshua und die Erlösung von ihren Sünden, die ihr das ewige Leben ermöglicht. Voraussetzung für Erlösung aber ist die Vergebung, und das trifft nicht nur auf die Vergebung durch Gott zu.

In unserer Zeit gibt es viele unversöhnliche Menschen, ebenso auch unversöhnliche Völker. Die Vergebung der Schuld eines anderen ist aber die Grundvoraussetzung für die eigene Befreiung aus der Macht dieses Schuldners. Ist man unversöhnlich, gibt man dem Schuldner Macht über sich, also genau das Gegenteil dessen, was man erreichen möchte. Dieses Prinzip scheint vielerorten in Vergessenheit geraten zu sein. Man vergibt nicht etwa, um dem Schuldner einen Gefallen zu tun. Im Gegenteil, man vergibt, um sich SELBST einen Gefallen zu tun, sich aus den Fesseln der Opferrolle zu befreien. Denn die Verstrickung in Opfererfahrung und Unversöhnlichkeit gebiert eine Spirale von Sühne, Rache, Schuld und wiederum Opferstatus. Wer nicht vergeben kann, bleibt in seiner Opferrolle gefangen, ein einfaches psychologisches Prinzip, und er wird immer wieder sein Opferdasein auf die ein- oder andere Weise bestätigt finden;  unversöhnlich ist und bleibt er Opfer. Das aber kann niemandem gefallen.

Jeder hat wohl so seine „Lieblingsmenschen“ aus Vergangenheit und Gegenwart, denen er mal so richtig…. als da sind Mitschüler, die einem zugesetzt haben, Lehrer, später Mitstudenten, Professoren, Dienstvorgesetzte, Presseleute, Politiker, bis hin zu Vorfahrtnehmern und Parkplatzdieben auf der Straße…… die Liste ist schier endlos. Ich jedenfalls könnte mindestens zwei Schäger in Vollzeit beschäftigen, wenn ich alle diejenigen, mit denen ich noch eine Rechnung offen habe, zahlen lassen wollte. Aber wäre es eine Option, primitiven Rachegelüsten nachzugeben? Damit würde ich mich automatisch in die Opferrolle stellen und diesen anderen Macht über mich geben, zuerst in Gedanken, dann in Worten und zuletzt in Werken. Und ich weiß auch, dass nichts von dem, was wir selbst tun oder was andere tun (in Gedanken, Worten und Werken) folgenlos und ungesühnt bleibt, denn Alles ist mit Allem verbunden.

In dem Moment, wo ich vergebe, zertrete ich der sprichwörtlichen Schlange den Kopf und breche den Bann, ich bin der strahlende Sieger. Und aus jeder Ungerechtigkeit, die mir in Form irgendeiner Boshaftigkeit widerfährt, lerne ich fürs Leben. So gesehen bin ich heute manchem meiner „Lieblingsmenschen“ wirklich dankbar. Manchen davon habe ich sogar geschrieben und mich ehrlich bedankt, doch eine Reaktion kam nie, vermutlich aus Scham. Manches dauert Jahre, oft sind es Jahrzehnte, bis ich vergeben kann, aber es befreit ungemein.

Auch bedenke man, dass jeder Mensch sein eigenes Kreuz trägt, auch wenn die meisten Kreuze unsichbar sind, denn wir alle sind Meister darin, mit einer Fassade zum emotionalen Selbstschutz unsere Verletzungen und Verletzlichkeiten zu verbergen, uns unangreifbarer zu machen. Viele der erlebten vermeintlichen Boshaftigkeiten anderer wurzeln in genau diesen ihren Kreuzen. Bei uns selbst ist es ja nicht anders.

Jeshua hat als erster den Teufelskreis aus Schuld, Opferrolle, Sühne und Rache trotz des Schlimmsten, was einem Menschen überhaupt durch andere Menschen widerfahren kann, durchbrochen: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“. So wurde er befreit aus der Opferolle und ging als strahlender Sieger heim zum Vater, und mit ihm alle von Schuld Erlösten. DAS feiern die Christen heute.

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