Shalicar: Der neu-deutsche Antisemit

Arye Sharuz Shalicar (Foto: Henny Jahn)

Gestern abend war ich auf einer Autorenlesung von Arye Sharuz Shalicar in der Düsseldorfer Synagoge, in der er aus seinem neuen Buch „Der neu-deutsche Antisemitvorlas. Die gut besuchte Veranstaltung war  neben der eigentlichen Lesung vor allem durch die anschließenden Fragen des Publikums und durch die hintergründigen Antworten sehr interessant, die Arye an das Publikum richtete.
Aufgrund seiner Biografie kann er die komplizierte Gemengelage rund um die Ursachen und die Auswirkungen des hiesigen Antisemitismus kompetent beleuchten und beurteilen.

Arye nutzt jede sich ihm bietende Chance, sich öffentlich auf inhaltlicher Ebene mit dieser Problematik auseinanderzusetzen und erweist damit den Juden in Deutschland und ebenso den deutsch-israelischen Beziehungen einen unschätzbar wertvollen Dienst. Ich werde später in einem zweiten Bericht näher darauf eingehen, hier sei zunächst der zeitlichen Nähe wegen auf einen gut hinführenden aktuellen Fernsehbeitrag vom 14.02.2019 (Westpol) hingewiesen, der nur begrenzte Zeit in der ARD-Mediathek abrufbar ist: Westpol: Eins zu eins

Ich habe das Buch regelrecht verschlungen und empfehle es unbedingt weiter, es ist über den örtlichen Buchhandel oder amazon  einfach zu erwerben und führte sogar eine Weile die SPIEGEL-Bestsellerliste an. Ich selbst habe dazu eine Rezension auf amazon geschrieben, die ich hier wiedergebe:

Der Autor hält der deutschen Gesellschaft einen Spiegel vor, schmerzhaft, tiefgehend und fundiert. Die Gemengelage ist nicht so einfach wie Linke, Rechte, Politiker aller Lager und sonstige Interessenvertreter dies gern hätten. Dieses Buch ist ein Muss für alle Menschen, die sich jenseits der Mainstreammedien einen Überblick über die tatsächliche ethisch-moralische Lage unseres Landes verschaffen möchten, und das nicht nur in Punkto Antisemitsmus. Kränze vor Gedenkstätten für ermordete Juden sind leider lange schon kein Zeugnis mehr von echter historischer Aufarbeitung der Shoa, sondern allenfalls eine gefährliche Beruhigungspille gegen das schlechte Gewissen, über das die lebenden Juden samt dem jüdischen Staat vergessen, verdrängt, gar als lästig empfunden werden. Wer sich als Deutscher sieht, der mit der nationalsozialistischen Vergangenheit angeblich nichts zu tun hat, hat dieses Buch zur Pflichtlektüre. Wer sich aber moralisch überlegen fühlt und an allen Ecken die Nazikeule schwingt, sollte sich Gedanken machen, ob faschistisches Gedankengut nicht inzwischen längst auf ganz anderen Wegen in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen ist und bereits in der etablierten Politik breiten Raum einnimmt. Bei Shalicar wird er fündig.

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Eine Antwort zu Shalicar: Der neu-deutsche Antisemit

  1. Cayceportal schreibt:

    Der Abend war toll und äußerst aufschlussreich. Der Autor ist freundlich, manchmal erschreckend offen und ehrlich, dabei – in meinen Augen – sehr sympathisch. Ein guter Vertreter Israels hier in Deutschland!

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