Der Sogenannteislamische Staat IS bzw. SIS (?)

Da die politisch-korrekte Sprache bekanntermaßen immer haarscharf das Ziel verfehlt und in die gähnende Leere eines weichgespülten rosaroten Weltbildes trifft, ist es auch im Falle des berüchtigten selbsternannten Islamischen Staates nicht anders, wenn man ihn mit dem verharmlosenden Adjektiv „sogenannter“ ausstattet.

Alle zwangsfinanzierten Fernsehsender (+ X) haben offenbar einen Kodex, der besagt, dass der IS als „sogenannt“ bezeichnet zu werden hat; es mutet inzwischen geradezu grotesk an, wenn man wieder einmal Nachrichten schaut; doch zu welchem Zweck? Es gibt eine ganze Reihe islamische Staaten und einen „sogenannten“ Selbigen. Wo ist der entscheidende Unterschied?

In islamischen Staaten gilt im Allgemeinen die Scharia (das aus dem Koran abgeleitete Rechtssystem dieser Staaten), in mehr oder weniger strenger Auslegung des Korans und seiner schriftlichen Annexen, gerade nach Vorstellung der jeweils regionalen religiösen Oberhäupter (Mullahs usw.). Diese Auslegung ist nur für den Einflussbereich des örtlichen religiösen Oberhauptes maßgebend, soll heißen: Es gibt im Islam so viele Päpste wie es Mullahs gibt und entsprechend korrekte Auslegungen der islamischen Schriften.

Der christlich geprägte Westen aber maßt sich an, den Islam zu kategorisieren in den richtigen und den falschen, den guten und den schlechten, den menschlichen und den unmenschlichen obwohl dem Westen sämtliche Kompetenzen dazu fehlen, denn er misst mit den Maßstäben seiner eigenen Ethik aber nicht mit der Ethik eines verbindlichen islamischen Generalauslegers, denn den gibt es schlichtweg nicht. Kurz und gut: Der Islam soll uns um keinen Preis der Welt negativ, brutal und menschenverachtend dargestellt werden, obwohl er das nach Auslegung der meisten seiner religiösen Oberhäupter nach unseren Maßstäben (jüdischen und christlichen) und denen des Kategorischen Imperativs (für die Agnostiker) ganz klar ist. Was nicht mit westlichen Werten vereinbar ist, wird kurzerhand von Inkompetenten als unislamisch abgestempelt, ein fataler Irrtum.

In ALLEN Staaten, in denen die Scharia herrscht, werden Nichtmuslime und auch muslimische Frauen auf rassistische Weise unterdrückt und behandelt. Auch werden abtrünnige Muslime Körperstrafen unterzogen, die in manchen Fällen bis zum Tod gehen können. Der EINZIGE Unterschied zu dem neugegründeten IS-Kalifat auf dem Staatsterritorium anderer Staaten ist der, dass der IS noch nicht verinnerlicht hat, dass ihm durch seine überbordenden tödlichen Gemetzel irgendwann die Bürger ausgehen, die den Aufbau eines staatlichen Systems überhaupt erst ermöglichen und sinnvoll machen. Das Problem des Territoriums ist Dank des Machtvakuums z. B. in Syrien wohl zunächst das geringere Problem.

Jede grauenvolle Tat des IS lässt sich aus dem Koran ableiten, deswegen unterliegt der Westen einem schweren Irrtum, wenn er den Islam als eine friedliche Religion verharmlost und im Zusammenhang mit dem IS von Falschauslegung fabuliert. Der Islam ist seiner Natur nach nicht zwangsläufig friedlich. Islam heißt „Unterwerfung“, und zwar diejenige Unterwerfung unter die Gesetze Allahs mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Auch die Christenheit hat in früheren Zeiten ihre Bibel entsprechend ausgelegt; die grauenhaften Folgen der Missionskriege wie Kreuzzüge usw. und die Brutalität gegen die eigenen Leute, die nicht nach der Pfeife der Kirchenfürsten tanzten, sind allgemein bekannt. Niemand kann behaupten, das hätte nichts mit dem Christentum zu tun, ebenso wenig, wie man die vergleichbaren Gemetzel vom Islam entkoppeln kann. Die christliche wie die islamische Geschichte wurden und werden noch im letzteren Fall mit Blut geschrieben, es war und ist immer eine Frage der Auslegung der heiligen Schriften durch die geistlichen Oberhäupter der jeweiligen Epoche.

Höchst belustigend kam mir der Gedanke, was wohl geschehen wäre, wenn die Juden, die von den Christen oft verfolgt wurden, gesagt hätten, diese Verfolgungen hätten nichts mit dem Christentum zu tun (die Kreuzzügler hätten sich dies verbeten) so wie die christlichen Oberhäupter heute sagen, die Verfolgungen durch Muslime hätten nichts mit dem Islam zu tun. Es gäbe vermutlich keine Juden mehr…..

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6 Antworten zu Der Sogenannteislamische Staat IS bzw. SIS (?)

  1. Franco Rest schreibt:

    Wir verwenden bereits seit Längerem nur noch Da’ish oder Daesh für den „selbsternannten IS“. Die von dir angedeuteten Parallelen zu „den Kreuzzüglern“ sind mehr als vereinfachend (Unterschied zwischen Christenheit und Christentum / Motivationen beim ersten Kreuzzug und bei den anderen / Die Opfer waren zunächst Juden und vor allem Christen usw.). Polemik ist hier schlicht unangemessen. Die Landnahme durch das „Volk Israel“ sowohl seit Moses als auch seit 1948 lässt sich auch nicht parallel zum Daesh betrachten, obwohl auch dabei gemordet wurde.

    • Henny Jahn schreibt:

      Sicher haben Sie Recht mit Ihrem Vorwurf, ich hätte die Parallelen des IS zu den Kreuzzügen und anderen grauenhaften Taten der Christen verkürzt dargestellt. Unterm Strich zählt aber die Menge des vergossenen Blutes im Namen einer religiös untermauerten Ideologie, und hierin liegen bislang die Christen noch weit vorn im Rennen. Nun, derzeit verschiebt sich das Gewicht in Richtung Islam immer weiter. Polemik sehe ich hier nicht, das sind schlichtweg Fakten: Terror gegen Andersdenkende im Namen einer Religion. Übrigens liegen ironischerweise die höchsten Opferzahlen durch islamischen Terror bei den Muslimen selbst, eine Ironie der Geschichte. Dass auch die Israeliten nicht 40 Jahre lang gemütlich über den vergleichsweise kleinen Sinai in ihr gelobtes Land spazieren gegangen sind, wird sicher auch jedem klar sein. Dieses Volk brauchte eine Heimat, die es im damaligen Großgebiet rund um das heutige Israel, Jordanien, Libanon, Teile Syriens usw. gefunden und erkämpft hat. Mission aber liegt im Gegensatz zu Christentum und Islam nicht im Ansinnen der jüdischen Religion. Allein schon deswegen ist die damalige Kriegsführung mit der daraus resultierenden Eroberung von Landfläche nicht vergleichbar. Es ging um Land und nicht um das Niederprügeln fremder Lebensentwürfe. Nachdem der größte Teil des jüdischen Volkes vor knapp 2000 Jahren aus seiner Heimat durch Römer, Christen, später Muslime vertrieben wurde, hat es es fertiggebracht, im 20. Jahrhundert ein winzig kleines Stück seines alten Stammlandes zurückzubekommen und erneut zu besiedeln und fruchtbar zu machen. Die Juden haben sich im wahrsten Sinne des Wortes dieses Land wieder verdient, nachdem sie eine durch Araber und Beduinenstämme weitgehend verwahrloste und dünn besiedelte Ödnis vorfanden. „Landnahme“ ist in diesem Zusammenhang der falsche Begriff. Es war ein rechtmäßig zurückbekommenes winziges Stück ihres Erblandes, auf dem sie Jahrtausende gewohnt haben. Die Welt sollte froh sein, dass das jüdische Volk nicht sein gesamtes altes Land zurückfordert. Und selbst das wäre im Vergleich zu dem, was die Araber rundum besitzen, vergleichsweise verschwindend wenig.

  2. Cayceportal schreibt:

    Klare Worte – ganz herzlichen Dank! Genau so ist es …

  3. Franco Rest schreibt:

    Ich möchte hier nichts vom Zaume brechen! Trotzdem: Aufrechnen von Blut und Toten wäre nicht meine Sache, zumal es sachlich überhaupt nicht ginge. Dass Christen „immer noch weit vorn im Rennen liegen“, wage ich historisch zu bestreiten. Z.B. sind die Opferzahlen unter den Christen bei der Eroberung des Vorderen Orient, Nordafrikas, Spaniens, Sizilien, des oströmischen Reiches usw. durch den Islam nirgendwo dokumentiert, dürfte aber in die vielfachen Hunderttausende gehen (allein 1008/9 in Jerusalem und Umgebung durch den Kalifen al-Hakim-bi-amri-Llah ca. 30.000 = ein Auslöser für den Ersten Kreuzzug). // Mit „Landnahme“ habe ich den Exodus und die erste Eroberung durch das israelitische Volk (Hebräer) bis etwa 926 v.Z. gemeint. Die damals dort lebenden Völker / Stämme usw. gab es nach dem Abschluss dieser Landnahme größtenteils nicht mehr wie die Amalekiter, Philister, Kanaaniter, Amoriter, Edomiter, Moabiter, Jebusiter, Midianiter. (Allein bezüglich der Eroberung Jerichos rühmt das Buch Josua, dass sie „alles, was sich in der Stadt befand, verbrannten“.) All das war sicher kein natürliches Aussterben.
    Mit all dem wollte ich nur sagen, dass alle (!) auf ihre Weise „schuldig“ geworden sind. Ein Aufrechnen sollte allmählich unterbleiben! Was Sie über Christenheit (übrigens nicht „Christentum“) schrieben wäre historisch zu prüfen. Aber das ist nicht der Ort hier. Bleiben Sie doch einfach beim Thema: IS / SIS / Daesh.

    • Henny Jahn schreibt:

      „Bleiben Sie doch einfach beim Thema“, aber gern! Thema war hier die politisch korrekte Verschwurbelung unumstößlicher Probleme mit der islamischen Ideologie im Allgemeinen und dem, was die Lügenpresse daraus macht (der „sogennante islamische Staat“) im Besonderen, um uns Sand in die Augen zu streuen um zu verhindern, das gemeine Volk gegen den Islam (der angeblich auch so friedlich sei) aufzubringen. G-tt sei Dank ist das Volk nicht so dumm, wie Politik und Presse dies gern hätten. Spätestens seit Köln (Sylvesternacht) sind eine Menge Schlafmützen erwacht und haben begriffen, was die Stunde in Sachen Islam in Deutschland geschlagen hat. Der Islam gehört eben NICHT zu Deutschland, das begreifen immer mehr.

    • Wolfram schreibt:

      Hat denn die „Landnahme“ tatsächlich historisch greifbar stattgefunden? Und die Posaunen von Jericho? (Natürlich standen sie in d-moll, denn sie haben ja alles d-moll-iert…)

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