Vorweihnachtliche Adventsmusik ?!

Alle Jahre wieder gibt es was Neues zum Lachen. Der regional bekannte „Dortmunder Musikverein“ bietet doch tatsächlich eine „vorweihnachtliche Adventsmusik“ an. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=671405092869530&set=gm.520867211322405&type=1&theater
Was bitteschön issn das? Ist das ein weißer Schimmel, oder ist das was Unchristliches, was mit Christlichem vermischt werden soll? Oder ist das einfach nur dämlich? Vorweihnachtszeit ist ein Unwort, denn die gemeinte Zeit heißt immer noch zu gut christdeutsch: Advent. Das war ein echter Griff in die Schüssel, lieber Musikverein.

Nun, da das Weihnachtsfest allgemein immer häufiger zu Kommerzzwecken missbraucht wird, wundert einen bald nichts mehr. Dass allerdings dieser Verein, der immer auf sich große Stücke gehalten hat, sich zu solchen Werbeaussagen hinreißen lässt, lässt interessante Rückschlüsse auf seine „Macher“ zu. Als ich da selbst anno tuck noch drin sang, gabs so einen Unfug dort nicht.

Überhaupt werden immer wieder in der Adventszeit durch die Musikszenerie, selbst durch Kirchenmusiker, die es eigentlich besser wissen müssten, Weihnachtskonzerte veranstaltet, oder wenn sie nicht ausdrücklich so deklariert sind, wird häufig weit vor dem 25. Dezember Weihnachtsmusik mit angeboten. Wohin soll das auf Dauer führen: Weiterer Ausverkauf der christlichen Kultur? Kommerzialisierung der christlichen Kultur, Verzweckung? Sonne- Mond- und Sternefeste? Gaga-Heppikleppi-Feste? Ich zoffe mich schon regelmäßig seit über 25 Jahren mit vielen Kollegen und Möchte-gern-Kollegen deswegen, aber da sich viele von denen inzwischen zu jedem Mist hergeben, ist das ein aussichtsloses Unterfangen, man selbst kann es nur besser machen und sein Häuslein rein und sauber halten.

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3 Antworten zu Vorweihnachtliche Adventsmusik ?!

  1. Wolfgang Honsberg schreibt:

    Hatten Sie, liebe Frau Jahn, einen schlechten Tag, Langeweile…. oder wie ist es zu erklären, dass Sie sich zu dieser „Schmähschrift“ über ein „unschuldiges“ Plakat des Dortmunder Musikvereins haben hinreißen lassen? Ich hoffe für Sie, dass das Schreiben wenigstens eine kathartische Wirkung auf Ihre Befindlichkeit hatte und Sie wieder zu einer nachvollziehbar sachlich-inhaltlichen Auseinandersetzung über ein/das Programm eines/dieses Adventskonzertes zurückfinden, statt sich an einem/diesem Titel hochzuziehen.
    Vielleicht kommen Sie ja einfach zum Konzert und hören sich die „vorweihnachtliche Adventsmusik“ selbst an. Mit einer aufgesetzten Wortklauberei und dem Hinweis am Schluss, dass Sie sich bemühen Ihr „Häuslein rein und sauber zu halten“, kann ich wenig anfangen bzw. finde ihn eher tragikomisch.

    Mit freundlichen Grüßen

    Wolfgang Honsberg
    Vorsitzender des Dortmunder Musikvereins

    • Cayceportal schreibt:

      Oje, da hat sich einer aber mal auf den Schlips getreten gefühlt! Ob Sie vielleicht derjenige sind, der sich dieses weißen Schimmels bedient hat?
      Ich muss gestehen, dass ich als hauptberufliche „Sprachartistin“ inzwischen nur noch über solche Stilblüten lächle und mir meinen Teil denke. Zum Beispiel, dass ich sehr hoffe, in der Adventszeit von einem bekannten Musikverein nicht das Weihnachtsoratorium von Bach oder gar den Shanty „Stille Nacht, heilige Nacht“ und dergleichen Weihnachtsmusik hören zu müssen. Das betrachte ich schlicht als „daneben“. Trauriges Fakt ist, dass heutzutage viele Menschen die Begriffe „Advent“ und „Weihnachten“ gar nicht mehr mit Inhalt füllen können und ihnen (Ihnen?) deshalb solche Dinge gar nicht mehr auffallen. Advent, das ist die Zeit der Vorbereitung auf die Ankunft des Erlösers, nicht wahr? Folglich kann der Advent nur vor Weihnachten sein – richtig? Also keine „aufgesetzte Wortklauberei“ von Frau Jahn, sondern ein Hinweis darauf, in Zukunft vielleicht doch mehr auf die Wortwahl zu achten, um nicht nur einen hohen musikalischen und anlassgemäßen Standard, sondern auch einen einwandfreien Sprachgebrauch gewährleisten zu können.
      Meine zwei Cent dazu.

  2. Henny Jahn schreibt:

    Danke für die Blumen, also gehe ich mal vom Besten aus und hoffe, dass es tatsächlich bei Ihrem Konzert echte Adventsmusik gibt, bleibt also der Pleonasmus, und der ist nunmal einfach – dämlich, ein besseres Wort fällt mir dazu nicht ein, höchstens ein böseres, aber das muss man ja nu nicht unbedingt der Welt verkünden.
    Sie werden doch sicher in Ihren Reihen kompetente Leute haben, die selbst drauf kommen müssten. Ein Verein, der auf sich große Stücke hält und ob der musikalischen Darbietungen in der Sache sicher auch das Recht dazu hat, sollte aber unbedingt auch diesen Eindruck im Äußerlichen erwecken, und dazu gehören eben nunmal sprachlich einwandfreie Plakate. Das lässt sich nach meiner Einschätzung nicht trennen, beides hat mit Kultur zu tun. Die Plakate sind ja nun sicher auch nicht auf dem Mist eines einzelnen Menschen gewachsen. Tut mir leid, als Sprachjongleur, Buch- und Internetautor springt mich sowas halt an, und Ihnen wird sicher im Zuge des digitalen Zeitalters nicht entgangen sein, dass Blogs u.a. dazu da sind, solche Dinge offen zu legen, zumal dann, wenn es sich um ein Investigativblog handelt, das vorhat, in der Zukunft richtig durchzustarten.
    Das „saubere Häuslein“ können Sie übrigens am 29.12. erleben, da gibts in Hombruch von mir eine zweistündige Weihnachtsmusik – mitten in der Weihnachtsoktav, der Kernzeit.

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