aus Rom nichts Neues

Nun meint ganz Deutschland aufgrund der jüngsten Ausführungen des Papstes, die katholische Kirche mache eine grundlegende Kehrtwende in Sachen Homosexualität, Sexualmoral im Allgemeinden, Abtreibung usw. Man interpretiert dies in ein paar harmlose Sätze hinein, die nichts Neues bringen sondern die alte Lehre von Gnade und Barmherzigkeit, vom Kranken, der den Arzt braucht nur ein weiteres Mal unterstreichen, sonst nichts. Gezielte moralzersetzende Linkspropaganda, selbst im Bezahlfernsehen, das doch angeblich die Qualität schlechthin sendet.

Es steht zu befürchten, dass nun halbgare Pfarrgemeinderäte ihre Priester in Zukunft dahingehend drangsalieren werden, doch endlich dem Bräutigam in Anzug mit seinem Brauterich in Schleier, ebenso der Braut mit Schleier mit ihrer Bräutigammin im Anzug das heilige Ehesakrament zu spenden. Schließlich wittert man schon das Dritte Vaticanum, dabei hat man flächendeckend kaum das Zweite bislang richtig umgesetzt. Nun, in Deutschland werden es bibel- und kirchentreue Katholiken in Zukunft noch schwerer haben Dank der Falschinterpretationen des Papsttextes, aber Deutschland ist in Sachen Katholizismus beileibe nicht der Nabel der Welt, und so kann der Papst auf die hiesigen, kryptosoziologischen Privatbefindlichkeiten kaum Rücksicht nehmen. Er ist der Papst der Weltkirche, nicht nur derjenige der versauten 68er Sozialutopisten. Hier sein Text im Original:

„Wir müssen das Evangelium auf allen Straßen verkünden, die frohe Nachricht vom Reich Gottes verkünden und – auch mit unserer Verkündigung – jede Form der Krankheit und Wunde pflegen. In Buenos Aires habe ich Briefe von homosexuellen Personen erhalten, die ‚soziale Wunden‘ sind, denn sie fühlten sich immer von der Kirche verurteilt. Aber das will die Kirche nicht. Auf dem Rückflug von Rio de Janeiro habe ich gesagt, wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der sie verurteilt. Ich habe das gesagt, was der Katechismus erklärt. Die Religion hat das Recht, die eigene Überzeugung im Dienst am Menschen auszudrücken, aber Gott hat sie in der Schöpfung frei gemacht: Es darf keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben. Einmal hat mich jemand provozierend gefragt, ob ich Homosexualität billige. Ich habe ihm mit einer anderen Frage geantwortet: ‚Sag mir: Wenn Gott eine homosexuelle Person sieht, schaut er die Tatsache mit Liebe an oder verurteilt er sie und weist sie zurück?‘ Man muss immer die Person anschauen. Wir treten hier in das Geheimnis der Person ein. Gott begleitet die Menschen durch das Leben und wir müssen sie begleiten und ausgehen von ihrer Situation. Wir müssen sie mit Barmherzigkeit begleiten. Wenn das geschieht, gibt der Heilige Geist dem Priester ein, das Richtige zu sagen.“

Wo bitteschön ist hier die linksverkündete Kirchenrevolution? Im Gegenteil, er bestärkt die Positionen der Kirche nachdrücklich.

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Eine Antwort zu aus Rom nichts Neues

  1. Cayceportal schreibt:

    Ja ja, so ist das, offenbar sind die Aussagen nicht so wichtig, sondern das, was die Presse und Liberale da hinein interpretieren … und willige „Fortschrittliche“ dort herauszulesen meinen …

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