Gender – ein Weckruf!

Man mag es belächeln, als lästig empfinden, sich über das „hicks“ des Nachrichtensprechers zwischen Maskulinum und Femininum amüsieren; die Gendersprache ist nur die Spitze eines Eisbergs, der eine gesellschaftspolitische Agenda darstellt, die das Zeug zum größten kulturellen Umsturz der Neuzeit hat.

„Gender“ an sich bedeutet das soziale Geschlecht, das vom biologischen Geschlecht künstlich entkoppelt wird. Die Idee dahinter besagt, dass das soziale Geschlecht frei wählbar ist und die Zuordnung von Mann und Frau rein gesellschaftspolitische, auf Traditionen basierende Konstrukte sind, die dem Menschen durch entsprechende Erziehung aufgezwungen werden.

Dahinter steht ursprünglich die marxistisch-leninistische Idee von der Unterdrückung der Frau durch die Macht des Mannes innerhalb der Ehe. Die Frau muss nach dieser Ideologie also gewissermaßen befreit werden. Das geschieht dann über die Dekonstruktion des eigentlichen biologischen Geschlechts per künstlichem Gender, also diesem frei wählbaren sozialen Geschlecht, das bitteschön von der Gesellschaft absolut zu akzeptieren sei. Toleranz allein reicht da nicht. Jeder soll sich diese antibiologische, unwissenschaftliche Ideologie zu eigen machen.

So lachhaft das Ganze auch klingt, so dramatisch sind die Folgen dieser Quasireligion für unsere Kultur, die heute bereits in fast allen Bereichen durchzuschlagen beginnen. Noch stehen wir ganz am Anfang. Die Konsequenz dabei erschreckt, denn Verstöße bleiben zunehmend nicht mehr folgenlos. Mit einer Beharrlichkeit, von der selbst katholische Dogmatiker noch lernen könnten, wird eine Ideologie durchgepeitscht, die gegen jede naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeit steht. Sie erweist sich als völlig resistent gegen jedes vernunftgetriebene Argument. Das ist das Kennzeichen jeder Ideologie, ein in sich völlig kohärentes Denksystem, das äußere Kritik nicht zulässt, ja, nicht zulassen kann.

Die zunächst gutgemeinte Emanzipationsbewegung, damit einhergehend die sogenannte Befreiung der Frau von Herd und Kindern, hat schlussendlich zu den fragwürdigen Zuständen geführt, die wir heute haben: Entkopplung des Elternseins vom Erziehungs- und moralisch-ethischen Bildungsauftrag, Kinderkrippen, in denen Kinder von bezahltem Personal anstatt von den eigenen liebenden Müttern erzogen werden, natürlich gemäß dem jeweils aktuellen gesellschaftlich-politischen Hauptstrom. Was früher leider hier und dort aufgrund von Armut z.B. in Westdeutschland eine Notlösung war, nämlich, dass die Mutter von Kleinkindern arbeiten gehen musste, damit die Familie ernährt werden konnte, ist heute gesellschaftlich für Alle angestrebt. Die Krücke wird zur Norm. Die DDR gilt hierin als vorbildlich. Was den Eltern entzogen ist, kann vom Staat gebogen werden.

Das „Gendern“ entspringt der tiefergreifenden Ideologie des sog. Gendermainstreaming, also des vor Jahrzehnten schon schriftlich fixierten Vorhabens der UN, die Geschlechtergerechtigkeit fundamental in die Gesellschaft zu implementieren, eben in den Hauptstrom (mainstream) der Gesellschaft. Klingt gut, Geschlechtergerechtigkeit… Unterdrückung und Benachteiligung der Frau? Geht gar nicht! Nachteile für Homosexuelle? Absolutes No-Go. Alles gut und vernünftig, das klingt human und modern. Was aber tatsächlich hinter der Idee des Gendermainstreaming steckt, ist alles andere als menschlich, es ist geradezu monströs unmenschlich und grausam, eine Ideologie, die der hitlerschen Rassenlehre in ihrer Unmenschlichkeit in nichts nachsteht.

Über Jahrmillionen entwickelte sich beim Menschen der Geschlechtsdimorphismus, ohne den eine Fortpflanzung undenkbar ist. Ohne Mann und Frau kein Kind. Wusste man früher schon im Kindergarten, heute ist diese Aussage angeblich Diskriminierung und hier und dort sogar schon justiziabel, auch wenn sie wissenschaftlich noch so wahr ist. Wir sind nun mal nicht als Zwitter vorgesehen. Durch die moderne Medizin sind aber Alternativen möglich geworden. Das Geschlecht wird von seiner sexuellen Rolle entkoppelt, Familien werden neu definiert, Homosexuelle können Kinder haben. Kinder sind heute kein Gottesgeschenk mehr sondern planbar geworden. Wenn nicht erwünscht, kann pränatal straflos getötet und abgetrieben werden. Die Anzahl von Tötungen menschlichen Lebens durch Abtreibungen, die in letzter Konsequenz der Frauenrechtsbewegung geschuldet sind, geht jährlich weltweit in die Millionen, da kommt kein einziges Terrorregime der Menschheitsgeschichte mit.

Die UN-Frauenrechtskonferenz 1995 in Peking hat die Pekinger Erklärung herausgegeben, die den politischen Grundstein für die Durchsetzung von Quotenregelungen, Familienplanung (auch durch Abtreibung), und die grundsätzliche Gleichstellung der Frau vor dem Gesetz gelegt. Mir persönlich kommen da eher die nicht vorhandenen Rechte vollverschleierter Frauen im Iran und Saudi-Arabien in den Sinn, weniger meine eigenen.

2012 wurde das Ganze dann durch die Hintertür verfeinert in dem „DRAFT REPORT on eleminating gender stereotyps in the EU“ Schon der Titel allein zeigt auf, wohin die Reise geht.

Staaten, die da aufgrund ihres traditionell christlich-konservativen Gepräges nicht mitmachen wollen wie z.B. Ungarn und Polen, sollen solange sanktioniert werden, bis sie sich der neuen Doktrin fügen.

Der Mensch wird parallel zu der Genderideologie von Verhaltenswissenschaftlern passgenau auf die Ebene eines intelligenten Tieres heruntergebrochen, das sich vom Rest der Tierwelt allenfalls noch durch seine monströsen Grausamkeiten der Natur gegenüber unterscheidet, also ein besonders verachtenswertes Tier, gewissermaßen ein tragischer Unfall der Evolution, der nun leider einmal geschehen ist und aus dem man nun das Beste machen muss; außerdem unterscheidet sich der Mensch vom Tier vor allem dadurch, dass er sein Geschlecht beliebig definieren und wechseln kann. Es ist übrigens kein Zufall, dass bei den „Fridays-for-future“-Demonstrationen auch immer mehr Regenbogenflaggen auftauchen, die als Markenzeichen der LGBTQ-Bewegung ein Nebenprodukt der Genderideologie sind.

Jede Ideologie weiß, dass man bei den Kleinsten anfangen muss… Das Elternsein wird auch von dem vorhergehenden sexuellen Akt als höchstem Vollzug der Ehe immer weiter entkoppelt, die Reproduktionsmedizin machts möglich. „Regenbogenfamilien“, auch solche aus zwei Frauen oder zwei Männern mit Kindern haben bitteschön gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Wer das nicht tut, ist reaktionär, verdächtig weit rechts. In diesen Dingen haben die Gesellschaftsingenieure längt die Deutungshoheit an sich gerissen. In Wahrheit haben wir keinen Rechtsruck sondern einen Linksruck, seit Regelungen und Gesetze greifen, die durch die 68er angestrebt wurden, aber von links aus gesehen ist auch die gesunde Mitte rechts.

Das Ganze ist in Wahrheit eine Revolution gegen alles, was das ehemals christliche Abendland an Werten und Moral aufzubieten hat. Sex wird zum reinen Freizeitvergnügen, Beziehungen sind nur noch so gut wie ihr Sex, am besten gleich ohne Kinder, die man im Falle eines „Unfalls“ schnell mal eben abtreibt, EU-Recht machts möglich. So etwas wie Scham, Schuldbewusstsein und Moral soll in diesem Bereich quasi völlig abgeschafft werden. So wundert es nicht, dass bereits den Kleinsten im Kindergarten, spätestens in der Grundschule, erzählt wird, dass man sich aussuchen kann, ob man Mädchen oder Junge ist, wie Geschlechtsteile funktionieren usw.. Ich frage mich immer, welches Kind das in diesem Alter interessiert, und denke an meine eigene Kindheit. Ich wäre vor Scham im Erdboden versunken, und das ist auch gut so. Aber wie gesagt: Totalitäre Ideologien fangen immer bei den Kleinsten an. In Wahrheit ist die Frühsexualisierung nichts anderes als bösartigster, von der UNO legitimierter Kindesmissbrauch mit völlig unabsehbaren psychischen Folgen für die Entwicklung der Kinder zum erwachsenen Menschen.

In Deutschland gab es bereits 2014 weit über 200 Lehrstühle für diesen gefährlichen Unfug (für Altphilologie nur die Hälfte!), den der ahnungslose Steuerzahler lustig finanzieren muss. Leider weiß der Normalbürger das in aller Regel nicht und lässt sich auf diesen Sprachunsinn ein, fühlt sich womöglich noch besonders gut dabei, weil er ja neuerdings niemanden mehr diskriminiert, was er offenbar sein ganzes Vorleben lang getan hat, freilich ohne es zu wissen. Der Michel wird für dumm verkauft. Leider scheint er es in Sachen Gender auch zum überwiegenden Teil zu sein: naiv; gerade das macht ihn zum dankbaren Opfer.

Wer die Sprache bestimmt, hat die Macht über die Gedanken, das wissen diese Genderleute natürlich nur zu gut. So wird gegendert was das Zeug hält, obwohl ein Großteil der Bevölkerung davon einfach nur genervt ist. Man macht aber trotzdem weiter nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Und das tut er sehr erfolgreich. Denn der nächste Schritt ist bereits getan: Wer im öffentlichen Dienst arbeitet oder sonst mit Schriftverkehr zu tun hat, wird gezwungen zu gendern, tut er es nicht, droht im schlimmsten Fall Arbeitsplatzverlust. Stellenausschreibungen müssen gegendert werden, männlich und weiblich reicht nicht mehr, es muss auch noch „divers“ her, sonst ist auch diese Ausschreibung justiziabel. Die Kulturrevoluzzer leisten sehr erfolgreiche Arbeit. Die Cancel Culture ist im Bereich des Genderns gesellschaftsfähig geworden, denn wer nicht mitmacht, verliert schlimmstenfalls seine Existenzgrundlage, er wird zur persona non grata.

Die Entmenschlichung des Menschen über die Sprache hat inzwischen ganz unbemerkt die Mitte der Gesellschaft erreicht. Universitäten drohen Studenten mit der Abwertung ihrer Masterarbeit, wenn sie nicht korrekt durchgegendert ist, im gesamten Schriftwesen des öffentlichen Bereichs hat die Gendersprache samt Sternchen, Doppelpunkt und sonstigen Auswüchsen, die bis zur Unleserlichkeit führen, längst ihren Platz. Fernsehmoderatoren gendern mehr oder weniger holperig jeden möglichen und unmöglichen Begriff. Selbst die Kirchen springen in ihrem Schriftverkehr längst über die Stöckchen des Gendersatans. Man will halt modern und zeitgemäß sein und merkt überhaupt nicht, wie die Demontage des Menschen Stück für Stück mit dem Gendermainstreaming betrieben wird. Und das alles immer unter dem heeren Deckmäntelchen der Gleichberechtigung aller Menschen – wer sollte da schon widersprechen?

Das generische Maskulinum ist den Genderleuten ein Dorn im Auge, denn auch hier wird bewusst Genus mit Sexus verwechselt. Die Folge ist die Sexualisierung von Allen und Jedem, auch wenn der Sexus, also das biologische Geschlecht, nun beim besten Willen keine Rolle spielt, ob ich nun mit einem Bürgermeister oder einer Bürgermeisterin zu tun habe. Es hat mich laut Genderideologie aber gefälligst zu interessieren, wie diese Person sexuell tickt.

Ich persönlich bin als Frau noch nie auf die Idee gekommen, dass ich nicht gemeint sein könnte, wenn von Autofahrern, Bewohnern oder Bürgern die Rede ist. Nun versucht man uns Frauen einzureden, dass uns das gefälligst zu stören habe, denn sonst würden wir diskriminiert, also entstehen Satzungetüme mit Doppelnennung männlich und weiblich. Da man aber auch das verhindern will – denn schließlich gibt es laut Genderideologie 72 anerkannte Geschlechter – erfindet man neue Interpunktionen, und zack, das Gendersternchen ist geboren, das ja nicht nur Männlein und Weiblein miteinschließt, sondern auch noch alle anderen, die die Gesellschaftsingenieure erfunden haben. Schließlich dürfen sich die 0,0x Prozent der Bevölkerung, die an einer schwerwiegenden Persönlichkeitsstörung leiden und traurigerweise nicht fest definieren können, ob sie Männlein oder Weiblein sind oder ihrem Empfinden nach im falschgeschlechtlichen Körper geboren wurden, nicht diskriminiert fühlen. Deswegen reicht „Sehr geehrte Bürger“ schon lange nicht mehr, ebenso wenig aber auch „Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger“, denn dann fühlen sich angebliche 70 andere Geschlechter nicht gemeint, also muss man die Sprache umkonstruieren. Dazu nimmt man neuerdings die Verlaufsform, was dann bei „Bürgern“ aber dummerweise nicht klappt, denn „Bürgernde“ gibt es ja nicht. Stattdessen gibt es aber „Autofahrende“, „Einkaufende“ usw.

Dumm nur, dass man nur dann einkaufend ist, wenn man auch tatsächlich gerade im Supermarkt steht. Das wird aber geflissentlich vergessen. So müsste die Verlaufsform korrekterweise durchkonjugiert werden wie ein Verb: Eingekaufthattende/Eingekaufthabende/ Einkaufende/Einkaufenwerdende/ Eingekaufthabenwerdende…. an diesem Beispiel wird deutlich, wie wenig die ganze Sache sprachwissenschaftlich fundiert ist, dafür umso mehr ideologiegetrieben.

Dass ausgerechnet die vermeintliche geistige Elite an den Universitäten diesen Unfug vorantreibt, zeigt klar auf, dass es hier um viel mehr geht als nur um eine Gleichstellung von irgendwelchen angeblich benachteiligten Minderheiten. In Wahrheit geht es überhaupt nicht um diese Minderheiten, sondern um die Dekonstruktion des Menschen an sich, seine Entwürdigung, Verdinglichung, bis hin zum Beliebigkeitswesen, das so hin- und hererzogen werden kann, wie es vom Staat oder von der Mehrheitsgesellschaft gerade gebraucht wird. Die Minderheiten werden dafür als Alibi schamlos missbraucht.

Dass der Mensch ein metaphysisches Wesen ist, das nach ethischen Idealen strebt und eine eigene, ihm tief innewohnende Würde hat, die selbstverständlich auch sein natürliches  Geschlecht beinhaltet, fällt natürlich völlig unter den Tisch. Stattdessen wird er mit der Frühsexualisierung seiner Scham beraubt, die einer gesunden Persönlichkeitsentwicklung immer auch innewohnt.

Die Religionsgemeinschaften, sofern sie nicht mitziehen, sind selbstverständlich erklärtes Feindbild, werden der Lächerlichkeit preisgegeben, denn die Gendersekte duldet keine fremden Götter neben sich, Satan würde sich selbst entlarven.

Wenn wir uns dieser zutiefst kranken Ideologie und ihren sämtlichen Ausgeburten nicht mit Macht entgegenstellen und aufklären, finden wir uns eines Tages in einer Diktatur wieder, wie sie George Orwell in seinem Roman „1984“ beschrieben hat. Wir kommen dem immer näher.

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6 Antworten zu Gender – ein Weckruf!

  1. brigwords schreibt:

    danke fürs Teilen!

  2. nouseforislam schreibt:

    Der Geschlechtsdimorphismus ist ja nicht nur für den Homo sapiens gültig, sondern besitzt eine allgemeine Gültigkeit, die für die meisten aller Lebewesen mit einer Wirbelsäule gilt. Abweichungen von diesem Prinzip sind ebenfalls evolutionär entstanden. aber eben artenspezifisch. Menschen und Affen gehören zumindest nicht dazu. Klassische „Zwitter“ sind extrem selten und in der Natur eigentlich zur Nichtfortpflanzungsfähigkeit verurteilt. Derzeit wird die Normabweichung zur neuen Normalität gemacht. Allerdings gilt das bevorzugt für die westliche Zivilisation, den Rest der Welt tangiert das eher wenig. Ich halte die Genderisierung für einen zutiefst dgenerativen und dekadenten Prozess, der die westliche Kultur langfristig zum Einsturz bringt.

  3. Pingback: Gender – ein Weckruf! — Henny Jahn הני יאן – Ollis Blog der Infamie

  4. Ulrich Lucas schreibt:

    Sehr gut zusammengefasst! Danke!

  5. Wolfgang Schulidoff schreibt:

    Wenn die Menschen sonst keine Probleme haben…
    Gendern ist in meinen Augen der grössste Schwachsinn!

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