Von Lebensanfang und -ende zu Coronazeiten

Seit wir nun einige Zeit mit Corona leben, haben sich mir sehr deutlich Tendenzen in unserer Gesellschaft offenbart, die mir zwar schon seit Längerem sauer aufstoßen, nun aber unter dem Brennglas der Pandemie ihr ganzes Unheil entfalten.

Ich spreche von den beiden Enden der Lebensskala: Von den Kindern und den Alten. Psychologen erklärten schon vor Jahrzehnten, dass die ersten paar Jahre im Leben eines Menschen prägend für sein ganzes Wesen und seine ganze Zukunft sind. Das gilt für Primärtugenden wie Empathie, Verantwortungsbewusstsein usw., aber ebenso auch für Dinge wie religiöses und politisches Bewusstsein. In dieser weichenstellenden, alles entscheidenden Phase ihres Lebens werden Kinder nun aber seit Jahren schon einen Großteil des Tages in fremde Hände gegeben, die die Kinder formen und bilden – oder eben auch nicht bilden und erziehen sondern nur bespielen und bespaßen. Mütter werden zu diesem Schritt gezwungen durch die Verstümmelung der Witwenrente durch die CDU (ausgerechnet, wo sich diese Partei doch immer so familienfreundlich gibt). Sie müssen arbeiten gehen, damit später die Rente reicht, ob sie wollen oder nicht, es sei denn, sie kamen mit goldenem Nachttopf auf die Welt, was wohl auf die wenigsten zutreffen dürfte.

Viele Mütter würden sich sicher gern ausgiebiger um ihre Kinder kümmern, aber das lässt das Rentensystem nicht zu. So werden ALLE Frauen zwangsemanzipiert, zur Lohnarbeit gezwungen, ob sie wollen oder nicht. Hochgelobt wurde das DDR-System zur Kinderbetreuung, das man gern in der BRD übernommen hat. Welche Ideologie aber dahinterstand, nämlich staatliche Indoktrination, Entfremdung der Familie Zwecks besserer staatlicher Führung, wurde entweder nicht durchblickt oder gar bewusst zum neuen Ideal, mir graut. Der Anfang vom Ende der Familie, so wie wir sie seit Jahrhunderten kennen. Womöglich der größte kulturelle Bruch des 21. Jahrhunderts. Die Folgen kommen erst noch. Jeder Staatsmann weiß, dass man nur unbehelligt herrschen kann, wenn man bis in die Familien hineinregiert. Die Kinder werden nicht umsonst in ALLEN totalitären Regimen ihren Familien entfremdet, und leider nun in der BRD auch… ich wage diesen Gedanken nicht zu Ende zu denken.

Jetzt, zu Coronazeiten, da viele Mütter zum Zuhausebleiben „verdammt“ sind, haben sie alle Gelegenheit, viel Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, sie zu erziehen und zu formen, aber was ich durch die Medien mitbekomme, erschreckt mich durchaus. Ich habe keine Kinder, eine bewusste Entscheidung, da ich mit Kindern nichts anfangen kann. Hätte ich Kinder, würde ich mich gern höchst selbst um sie kümmern, da wären Zeiten wie Corona ein wahrer Segen. Die mediale Wahrnehmung ist aber anders. Da ist von Überforderung und Entfremdung (die Kinder lieben die Kita-Tante mehr als ihre Mutter) die Rede, und das offenbar auf breiterer Basis. Sicher, zur Heimarbeit mit digitaler Fernschalte passt das nicht.

Und dann ist da das andere Ende auf der Lebensskala, die alten Menschen. Für mich sind Altenheime die Bankrotterklärung einer hedonistischen Luxus- und Freizeitgesellschaft. Sicher muss es für Einzelfälle Altenheime geben, aber so, wie sie derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen, frage ich mich, wozu diese Menschen eigentlich irgendwann mal Kinder gezeugt haben. Warum schieben die ihre Eltern ab in fremde Hände? Kinder werden in der Kita geparkt, Alte in Altenheimen. Die Idee dahinter ist dieselbe, und die Konsequenz aus der Kita ist schlussendlich das Altenheim, denn warum auch sollte sich ein Kind um seine Alten kümmern, das selbst von diesen Alten früher in die Kita zwecks Aufbewahrung abgeschoben wurde? Zwei Seiten ein- und derselben Medaille. Ich verstehe es, aber es ist für mich ein Gradmesser dafür, wie krank unser ganzes System inzwischen ist. Mehrgenerationenhaushalte gelten heute bestenfalls als altbacken und unemanzipiert, schlimmstenfalls als reaktionäre Überbleibsel einer längst vergangenen Zeit.

Durch die Medien sind wegen der Corona-Berichterstattungen viele Szenen aus Altenheimen gezeigt worden, bei denen ich mich gefragt habe, was diese Menschen eigentlich in Altenheimen tun? Angefangen von rüstigen Mittsechzigern bis hin zu völlig klaren und halbwegs gesunden Mittachzigern. Sie jammern nun alle, dass die Kinder sie nicht besuchen dürfen. Warum überhaupt sind diese Leute in Altenheimen?

Der Generationenvertrag ist aufgekündigt, das gilt nicht für die Rente aber für die gesunde Funktion von Familienverbänden.

Irgendein kluger Mensch hat mal gesagt, man könne den Stand einer Gesellschaft daran ablesen, wie diese Gesellschaft mit ihren Toten umgeht. Ich ändere das ab und sage, man kann es daran ablesen, wie sie mit ihren Alten umgeht, und da steht es nicht gut um unsere Gesellschaft. Und was die Toten angeht übrigens auch nicht. Ich habe noch nie so viele Trauerfeiern musikalisch begleitet wie in den letzten Jahren, bei denen anonyme Beerdigungen, Ascheverstreuungen und Seebestattungen stattgefunden haben. Nach der Entsorgung im Altenheim die Entsorgung in der Anonymität, passt.

 

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