Der Mensch als Ersatzteillager

Einer Leiche können keine lebensfähigen Organe entnommen werden, denn eine Leiche ist tot bis in die letzte Zelle. Dessen muss sich jeder klar sein, der sich mit dem Thema befasst. Der Körper von Organspendern muss also funktionell in Teilen am Leben gehalten werden, vor allem den Blutkreislauf betreffend, wobei die Definition von Leben durch Mediziner vorgenommen wird, die das Leben an unterschiedlichen Parametern festmachen. Auch hier gilt: Die Wissenschaftsdogmen von heute sind die Irrtümer von morgen. Man ist sich in Medizinerkreisen nämlich durchaus nicht einig über die Grenze zwischen Tod und Leben, vermarktet aber nach außen hin den Hirntod als Tod.

Im deutschen Grundgesetz steht, dass die Würde des Menschen unantastbar sei, wobei der Begriff „Mensch“ dort nicht definiert ist. Hier fängt das Problem an. Die theologische Definition bezeichnet die Wesenseinheit aus Körper , Geist und Seele als Mensch, dies ist aber ganz offensichlich im Bezug auf das staatliche Gesetz nicht der Fall, sonst stellte sich die Frage nach einer Organspende nämlich nicht. Im Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche hat man die staatliche (Nicht)Definion reichlich dehnbar gemacht, im Bezug auf die Störung der Totenruhe ist man sich, oberflächlich gesehen, ebenfalls einig, wobei merkwürdigerweise das Aufschneiden eines menschlichen Körpers zur Organentnahme nicht mit der Störung der Totenruhe kollidiert, das Verwursten eines Leichnams (nach dem ausdrücklichen Willen seines Eigners) in der Salami aber durchaus, was ein spektakulärer Fall aus der Vergangenheit gezeigt hat. Konsequent ist das nicht. Hier wird schon sehr deutlich, dass es hintergründig nicht tatsächlich um die Interessen des betroffenen Menschen sondern ums Geschäft in Union mit Lobbyismus geht.

Mir stellt sich bei Abwägung dieser Dinge eine ganz andere Frage: Warum ist das Leben auf der Erde derartig hoch angesetzt, dass man um so gut wie jeden Presis den Tod als natürliches Ende des Erdenlebens ausschalten will? Sicherlich will niemand freiwillig einfach sterben und bei größtmöglicher Gesundheit alt werden, aber wenn das aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung nicht beschieden ist, weiß der gläubige Mensch sich aufgehoben in den Händen Gottes. Für den Atheisten kommt nichts mehr, wobei es angesichts einer Ewigkeit auf ein paar Jahre mehr oder weniger dieses Nichts dann echt nicht ankommt. Das gilt übrigens für beide, den Gläubigen in der Ewigkeit wie den Atheisten im Nichtexistieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass die menschliche Seele (nicht zu verwechseln mit dem bewussten Wunsch oder einer vermeintlichen Notwendigkeit) im Verein mit Gott über den Todeszeitpunkt höchst selbst entscheidet, selbst im Falle eines plötzlichen Ablebens durch Unfall oder Terror. Für mich gibt es keinen Zufall. Der Tod kommt wenn er kommen soll, und nicht, wenn der Mensch es gern hätte. Es gibt kein „zu früh“ oder „zu plötzlich“, allenfalls ein „unerwartet“, aber all das sind rein oberflächliche Wahrnehmungen unserer irdischen Dimension, Trugbilder des Hologramms, in dem wir leben und das wir für die Wirklichkeit halten.

Nach meinen Erkenntnissen ist der Körper nicht der Sitz der menschlichen Seele, er ist allenfalls ein Projektor, eine Art Sendemast und ein Empfänger. Die Seele ist überall, aber sicher nicht in diesem Stück Fleisch. Seine Materie ist genau so angelegt, wie es zum optimalen Informationsaustausch zwischen der einzigartigen Seele und der Umwelt notwendig ist. Kommt nun Fremdmaterial durch ein anderes Organ hinzu, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Es wird immer wieder von Persönlichkeitsproblemen berichtet, Abstoßungsreaktionen sind nur ein äußerer Aspekt der inneren Befindlichkeit. Leider gelangen diese Fälle kaum bis nie an die Öffentlichkeit, weil sie der Organindustrie zuwiederlaufen. Das Problem stellt sich in abgeschwächter Form selbst bei der Bluttransfusion, wobei die transferierten Blutzellen nach und nach in kurzer Zeit ohnehin absterben und spätestens nach vier Wochen vollständig durch körpereigene ersetzt werden, so dass die negativen Effekte nur vorübergehend sind.

Man sollte sich also sehr gut überlegen, ob man ein fremdes Organ empfangen will. Ich jedenfalls kann das für mich ausschließen, sollte sich mir diese Frage jemals stellen. Es gibt wenige Dinge, die ich kategorisch ausschließe, aber dies ist eines davon. Und die Spende meiner Organe übrigens auch, daher habe ich seit Jahren mehrere Organspendepässe an mehreren Orten deponiert, die den Widerspruch zur Spende beinhalten.

Diesen vermeintlichen Egoismus gestatte ich mir, zum Wohle meiner eigenen Seele und zum Wohle der Seele eines vermeintlichen Organempfängers.

 

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