Paris, Bataclan: Ein mutmaßlich antisemitischer Terroranschlag

Der Terroranschlag auf das Bataclan in Paris war mit hoher Wahrscheinlichkeit antisemitisch motiviert. Was bislang in den deutschsprachigen Medien so gut wie gar nicht erörtert wird: Die Vorgeschichte zu dem jüngsten Terroranschlag.

Das Bataclan war bis vor wenigen Wochen noch in der Hand jüdischer Besitzer. Pascal Laloux, der ehemalige Besitzer des Theaters, sagte am Samstag, einen Tag nach dem Teroranschlag, dass er das Theater am 11. September nach 40 Jahren verkauft hat. Er selbst ist mit seiner Familie wegen der wachsenden Bedrohung der Juden in Europa und insbesondere in Frankreich nach Israel ausgewandert.

Bereits im Jahr 2011 hatte ein Mitglied der extremistischen Gruppe „Jaish al-Islam“, der „Armee des Islam“, die sich inzwischen dem IS angeschlossen hat, gesagt: „Wir hatten einen Angriff gegen das Bataclan geplant, weil seine Besitzer Juden sind.“ Das Bataclan ist seit Jahren das Ziel von antizionistischen Aktivisten, da die jüdischen Besitzer oft Pro-Israel-Veranstaltungen durchgeführt haben.

Der Bruder von Pascal Laloux, Joel, der Miteigentümer, erzählte dem israelischen Sender Kanal 2, dass er zum Zeitpunkt des Angriffs einen Telefonanruf aus dem Bataclan  hatte, „und ich konnte die Schüsse zu hören.“

In den Jahren 2007 und 2008 wurde das Bataclan mehrmals von mehr oder weniger radikalen Gruppen bedroht. Dort fanden regelmäßige Veranstaltungen zur Unterstützung jüdischer Organisationen statt, darunter die „Magav“, einer Grenzschutzeinheit der israelischen Polizei. Im Dezember 2008, während der israelischen Militäroperation im Gazastreifen, wurden die Bedrohungen rund um das Bataclan intensiviert. Ein Video zeigt eine Gruppe von einem Dutzend junger Männer, mit Keffiyehs vermummt, die Mitarbeiter des Bataclan bei der jährlich stattfindenden Gala Magav bedrohten:

«Wenn das Bataclan und der Migdal wie in den vergangenen Jahren eine Gala für den Magav organisieren, die Grenzpolizei der israelischen Armee, werden das die Leute nicht mehr unterstützen, und ihr werdet die Konsequenzen eurer Taten tragen. Das nächste Mal kommen wir nicht zum Reden.»

Die „Eagles of Death Metal“, diejenige Band, die im Theater spielte als die Angriffe begannen, spielten im Juli dieses Jahres im Tel Aviv Barby Club. Diese Band unterstützt Israel und ist deswegen ebenfalls im Visier der Terroristen.

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