Vogelmiere als Wintergemüse

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Was esst ihr im Winter an frischem Grünzeug, um euch gesund zu ernähren? Etwa das chemisch behandelte, halbwelke Zeugs aus dem Supermarkt, das möglicherweise tausende von Kilometern um die Welt gereist ist, und mit dem man sich aufgrund der Pestizide und Herbizide langsam aber sicher vergiftet? Oder das schnittfeste Wasser aus Hollands Treibhäusern, das nach rein garnichts schmeckt? Da habe ich einen Vorschlag für euch. In nahezu jedem Garten, in fast jedem Blumenbeet, im Grunde überall wächst die Vogelmiere (Stellaria media). Sie ist sehr mild im Geschmack, so ähnlich wie die Lollo-Salate, aber sie hat viel, viel mehr Vitalstoffe als die Kulturpflanzen. Das gilt übrigens für das gesamte Wildgemüse. Und es ist umsonst zu haben, das ganze Jahr über, selbst bei Eis und Schnee, und das Ernten macht auch noch Spaß. Man kann mit wesentlich weniger davon seinen täglichen Vitamin- und Mineralstoffgehalt gewaltig aufmöbeln. Ein Beispiel:

Kalium: Vogelmiere 680 mg, Kopfsalat 224 mg
Eisen: Vogelmiere 8,4 mg, Kopfsalat 0,44 mg
Phosphor: Vogelmiere 54 mg, Kopfsalat 33 mg
Magnesium: Vogelmiere 39 mg, Kopfsalat 11 mg
Kalzium: Vogelmiere 80 mg, Kopfsalat 37 mg
Vitamin C: Vogelmiere 89 mg, Kopfsalat 13 mg

(Aus: Der große Gesundheits-Konz, Universitas-Verlag, 2009, ISBN-10: 3800413140)

Nebenher kann man mit wenig Aufwand allerhand Keimsprossen ziehen, es dauert immer nur wenige Tage, und diese Sprossen enthalten ebenso unglaublich viele Vitalstoffe. Ich bevorzuge Lupinensamen (auch Alfalfa genannt). Sie enthalten in nahezu idealer Kombination alle für den Menschen notwendigen Vitalstoffe. Ganz nebenher verbessern diese Gemüse die Darmflora und sorgen für eine gute Verdauung, die die Produktion von Schlacken und Stoffwechselgiften im Darm von vorn herein minimiert und den Körper dadurch insgesamt gesunder macht.
Ich habe durch einen Erdaushub, den ich im Sommer auf einem kleinen Hügel zusammengetragen habe, ein voll bewachsenes, mehrere Quadratmeter großes Beet, nur mit Vogelmiere. Eigentlich war das so nicht geplant, und so sollte hier aufgrund meiner vorübergehenden Einfallslosigkeit Chlorophyllasphalt, sprich Rasen wachsen, aber dieser Natursalat ist mir natürlich viel lieber, und so hege und pflege ich den Hügel. Die Vogelmiere ist ein Pioniergewächs, sie kapert gern freie Flächen, ist deshalb bei Gärtnern als Unkraut höchst unbeliebt, denn in nullkommanix nimmt sie ein frisch gejätetes Beet ganz in Beschlag. Mit blanker Erde lockt man sie geradezu magisch an. Also nicht wegspritzen sondern aufessen. Sie kommt zu uns Menschen als wisse sie, dass sie gut für uns ist. (P.S.: Sie weiß es…)
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Warnung: Esst bitte unbedingt nur Pflanzen, die ihr genau kennt. Im Jungstadium ist die Vogelmiere für den Ungeübten durchaus mit der giftigen Wolfsmilch zu verwechseln.

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2 Antworten zu Vogelmiere als Wintergemüse

  1. Barbara Maria Piel schreibt:

    Ich liebe dieses „Unkraut“, dieses Wildkraut, diese Pionierpflanze! 🙂 Ein klasse Artikel ist das …. danke!

  2. Cayceportal schreibt:

    Lecker Vogelmiere – vielseitig ohne Ende! Stimme zu, toller Artikel!

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