Syrien: Was ist Frieden?

Die westlichen Allianzen ringen um eine Friedenslösung für Syrien. Einst fragte Pontius Pilatus bei der Verurteilung Jesu: Was ist Wahrheit? Ich frage: Was ist Frieden?

Genauso wenig, wie Wahrheit die Abwesenheit von Lüge bedeutet, bedeutet die Abwesenheit von Krieg automatisch Frieden. Und schon garnicht im Bezug auf Syrien. Der Westen spaltet mit bemerkenswerter Ausdauer Teile des Problems ab. Die Vernichtung von Chemiewaffen ist der fokussierte Teil des Problems, der Iran mit seiner Hisbollah der vernachlässigte, ungleich gefährlichere in seiner Breitenwirkung.

Die Hisbollah wurde im Libanon einst gegründet, um gegen Israel zu agitieren. Im Laufe der Jahre schaffte sie es durch relativ zahme äußere Gebärdung bis ins libanesische Parlament und ist dort ein feser Bestandteil der Regierung, gibt sich nach außen religiös gemäßigt und wurde damit wählbar. Leider hat sie daher nicht den Sprung zur von UN deklarierten und somit zu bekämpfenden Terrororganisation geschafft, sie gilt nur als extremistische Gruppierung, die Europäer haben hierin dieselbe Auffassung wie die UN, anders die USA und natürlich Israel. Sogar die Arabische Liga stuft die Hisbollah als Terrororganisation ein, wohl in der Tatsache begründet, dass die Hisbollah eine Schiitenmiliz ist und die Araber überwiegend Sunniten sind. Die Agenda der Hisbollah ist nach wie vor die Zerstörung Israels. Dasselbe gilt für den Iran als Strippenzieher im Hintergrund, der die Hisbollah militärisch hochrüstet und die Vernichtung Israels als ein wesentliches offizielles Staatsziel beschreibt. Der syrische Bürgerkrieg kam dem Iran gelegen, um dort das Einflussgebiet der Hisbollah auszuweiten. Russland steht dem Iran aus verschiedenen Interessenserwägungen näher als dem Westen. Zu dieser russisch-iranischen Allianz ist wohl auch die Türkei zu zählen. Auch rüstet der Iran inzwischen die Hamas im Gazastreifen aus, weswegen davon auszugehen ist, dass die Schlagkraft der Waffen, mit denen Israel von dortaus beschossen wird, im Laufe der Zeit stärker werden wird. Somit sind die israelischen Verteidigungsstreitkräfte sowohl zunehmend an der Nordgrenze (Libanon/Syrien) gebunden als auch am Gazastreifen. In Jordaniens Bevölkerung mehren sich wiederum zunehmend Sympathien für die Hisbollah. Der Iran zieht seine Schlinge um Israel immer enger, und durch das Fallen von wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran durch das Atomabkommen wird er an Schlagkraft zulegen. Er macht aus seiner Intention ja auch keinen Hehl, aber offenbar hört ihm -außer Trump und Netanjahu- niemand zu.

Was ein militärisch durchorganisierter Schlag gegen Israel durch den Iran bedeuten würde, brauche ich nicht weiter zu erläutern, auch nicht in seinen Folgen für Europa. Israel ist aus leidigen 70 Jahren Erfahrung gewohnt, nicht nur die Lippen zu spitzen sondern auch zu pfeifen – wenn es sein muss. Dies ist den europäischen Mächten gänzlich abhanden gekommen. Während dort noch debattiert wird, steht der Feind bereits mitten im Wohnzimmer. Der jüngste Luftschlag gegen syrische Chemiewaffenanlagen wirkt durchaus ein wenig hilflos. Was also meinen die Europäer, wenn sie von Frieden in Syrien sprechen?

Ich drücke es mal so aus: Seit die Alliierten im II. Weltkrieg per Flächenbombardement Deutschland in Schutt und Asche gelegt haben und es auf beherrschbare Größe zusammengestutzt haben, darüber hinaus eine systematische Umerziehung zu demokratischen Grundwerten stattfand, ist „Frieden“ im Sinne der UN in diesem Land. Sollte vielleicht doch mal zu denken geben…

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