Tachles, heute: Zufall

Kabbalah-LambdomaDer Begriff Zufall ist ein gottloser Begriff. Das ist ein provokanter Satz, und dazu stehe ich. Zufall ist das Ergebnis einer bewusstseinslosen Regellosigkeit, die Geworfenheit in ein hoffnungsloses Meer aus Zuständen und Umständen. Wer den Zufall anerkennt, hat die Angst als ständigen Begleiter im Gepäck, ja, er tut viele Dinge aus Angst vor irgendwelchen bösen Folgen, die dem Zufall entspringen.

Wer aber Gott als die letzte Ursache aller Wirkungen anerkennt und dem Zufall keinen Raum lässt, ist furchtlos, er weiß sich eingebunden in die göttliche Matrix eines höheren Ganzen und erfährt immer wieder in seinem Leben, dass es so etwas wie Zufall nicht gibt, nicht geben kann. Er spürt die Führung Gottes hinter den Dingen. Gott ist nicht der große Strippenzieher im Hintergrund, der uns willenlos wie Marionetten an seinen Fäden tanzen lässt.

Wir inkarnierten in diese Welt, um Erfahrungen zu sammeln, um uns zu vervollkommnen, da hat der Zufall keinen Platz. Niemand hat allerdings behauptet, dass das Leben ohne Blessuren von statten geht. Täglich, stündlich erleben wir Situationen, die weder gut noch schlecht sind, sie sind einfach da, so, wie sie sind, allein unserer Bewertung macht sie jeweils gut oder schlecht. Die Situationen aber haben wir mit unserem Denken herbeigeführt, sie sind uns zu-ge-fallen, Kraft unserer freien Willensentscheidung – selbst eine Krankheit oder ein Unglück.

Dieses Zufallen von Situationen ist aber keine bewusstlose, tote Geworfenheit, sondern jeweils eine Situation, an der wir im besten Falle lernen, an der wir uns wieder ein Stück weit vervollkommnen, deswegen sollen wir vor allem auch für vermeintlich schlimme Situationen dankbar sein, denn sie sind es in Wahrheit, die uns am weitesten voranbringen und uns seelisch reifen lassen und stark machen. Es ist auch kein ZU-FALL, dass wir immer wieder in bestimmte ähnliche Situationen hineingeraten. Das geschieht genau dann, wen wir unser Kapitel aus einer vorhergehenden Situation nicht gelernt haben. Wir können uns und unseren Unzulänglichkeiten nicht davonlaufen. Wir kommen sooft in dieselbe Situation in allen denkbaren Varianten, bis wir die Aufgabe begriffen und verstanden – und gelöst – haben, indem wir unser Wesen ein Stück weit vervollkommnen.

Alles, was uns davon abhält oder uns davon betäubt, ist nicht das Werk Gottes und daher von Übel. Dazu gehören neben den politischen Entmündigungen und den Versicherungen gegen Alles und Jedes vor allem die Macht der Unterhaltungsindustrie, die uns vom Nachdenken abhalten will und uns zu blinden Konsumenten macht, zum Passivum, dessen Schicksal andere entscheiden. Gott aber will unsere Vervollkommnung, um am Ende in ihn wieder eingehen zu können und seine Gemeinschaft zu haben.

Der größte Songwriter aller Zeiten, David, König von Israel, hat das so formuliert:

„Du, Gott, gründest die Berge in deiner Kraft, du gürtest dich mit Stärke. Du stillst das Brausen der Meere…. Du sorgst für das Land und tränkst es, du überschüttest es mit Reichtum. Der Bach Gottes ist reichlich gefüllt, du schafft ihnen Korn, so ordnest Du alles. Du tränkst die Furchen, ebnest die Schossen, machst sie weich durch Regen, segnest ihre Gewächse. Du krönst das Jahr mit deinem Segen, deinen Spuren folgt Überfluss.“ (Psalm 65, 7,8, 10-12)

„Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner. Denn ER hat ihn auf Meere gegründet, ihn über Strömen befestigt.“ (Psalm 24 1-2)

und hier:

„Aber du hast alles nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet. Denn deine Kraft gewaltig zu erweisen ist dir allezeit möglich, und wer kann der Macht deines Arms widerstehen? Denn die ganze Welt ist vor dir wie ein Stäublein an der Waage und wie ein Tropfen des Morgentaus, der auf die Erde fällt. Aber du erbarmst dich über alle; denn du kannst alles und du übersiehst die Sünden der Menschen, damit sie sich bessern sollen. Denn du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von dem, was du gemacht hast; denn du hast ja nichts bereitet, gegen das du Hass gehabt hättest. Wie könnte etwas bleiben, wenn du nicht wolltest? Oder wie könnte erhalten werden, was du nicht gerufen hättest? Du schonst aber alles; denn es gehört dir, Herr, du Freund des Lebens“ (Die Weisheit Salomos: 11,21-26)

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