Antisemitismus bei kirchlichen Einrichtungen, diesmal: Caritas

Ich mag es ungern zur Kenntnis nehmen, doch immer wieder machen kirchliche Einrichtungen in Sachen Antisemitismus von sich reden. Was reflexartig von kirchlicher Seite bei sachlich begründeter Islamkritik häufig als Hass und Hetze gebrandmarkt wird, geht bei Israelkritik, die bei genauerem Hinsehen tatsächlich meist lupenreine Hetze und  Antisemitismus darstellt, einfach durch. Jüngst ist wieder ein Fall bekanntgeworden, bei dem diesmal die Caritas den „Bock zum Gärtner“ macht. Der landesweit bekannte Israelhasser Rabih El-Dick wird als Mitarbeiter einer geplanten Stelle zur Radikalismusprävention eingestellt. Für die Caritas gibt es aber offenbar guten und bösen Radikalismus.

Auf Nachfragen der „WELT“ gab es von der Caritas nichts als Ausflüchte, obwohl El-Dick bereits von der Hildesheimer Hochschule wegen antiisraelischer Hetze beurlaubt worden war:

Nun dürfte es kaum umstritten sein, dass der Antisemitismus – insbesondere Hass auf Israel – eine große Rolle bei der Radikalisierung vor allem junger Muslime spielt. Auch hatte es 2016 einen Skandal an der Hildesheimer Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) gegeben: Jahrelang war dort ein Seminar angeboten worden, in dem nach Einschätzung unabhängiger Gutachter keine Wissenschaft betrieben wurde, weil antiisraelische und antisemitische Materialien unkritisch verwendet wurden. Der Fall hatte zum Abgang der HAWK-Rektorin Christiane Dienel geführt.
(hier der ganze lohnenswerte Artikel >>>)

Wenn der Davidstern auf der israelischen Flagge zum Hakenkreuz umfunktioniert wird, Israel als „kolonialer Siedlerstaat“ bezeichnet und zum Boykott des „israelischen Apartheidstaates“ aufgerufen wird, zählt das für die Caritas offenbar zu Kunst oder zu Denkanstößen für Studenten.

Ich persönlich beobachte leider immer wieder, dass der Antisemitismus in der Mitte der  katholischen Gesellschaft nach wie vor tief verwurzelt ist. Sogenannte Israelkritik ist bei vielen Christenmenschen en vogue, man fühlt sich modern und voll dazugehörig, wenn man gegen den jüdischen Staat anpöbelt, auch wenn die scheinbaren Argumente aus der Klamottenkiste der Nazis und aus Pallywood stammen. Hier darf man endlich mal modern sein, voll im Mainstream, man fühlt sich gut dabei. Meist ist der Antisemitismus sehr subtil verpackt, wenn da z. B. von „Heiligem Land“ gesprochen und geschrieben wird (das Land heißt ISRAEL!), Fürbitten vom Bistum Trier massenhaft sonntäglich unwiedersprochen durch deutsche Kirchen schallen, in denen u. a. auch für „Palästina“ gebetet wird, obschon es solch ein Land nicht gibt und noch nie gegeben hat und auch die katholische Kirche wissen müsste, dass das morderne „Palästina“ eine antisemitische Erfindung von Altnazis und arabischen Lobbystrategen ist. Selbst der Vatikan meint diesen Staat zu kennen. Man bekommt immer häufiger bei Kirchens den Namen „Israel“ nur noch in festgesetzten Bibeltexten über die Lippen (wenn überhaupt, selbst hier wird gefälscht, auf Trauerfeiern wird dann aus „Jerusalem“ plötzlich „Gottes Herrlichkeit“, was zwar nicht gänzlich falsch, aber eben auch nicht richtig ist), das spricht Bände. Das Bistum Tier hat sich übrigens als äußerst beratungsresistent in diesem Punkt mir gegenüber erwiesen: Hat man keine Argumente mehr, bricht man den Schriftwechsel ab, bestenfalls, nächste Stufe womöglich: Inquisition (hoffentlich haben sie das wenigstens überwunden…nein, haben sie nicht, läuft heute nur subtiler, die Scheiterhaufen brennen kalt und unsichtbar, der Priestermangel gibt beredtes Zeugnis davon).

Die Doppelmoral ist allenhalben offensichtlich, denn wenn auf der einen Seite die AfDler sicher hier und dort zu Recht in Bausch und Bogen verdammt werden, nimmt man deren Kirchensteuern gern…

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3 Antworten zu Antisemitismus bei kirchlichen Einrichtungen, diesmal: Caritas

  1. Dr. Franco Rest schreibt:

    Tut mir leid; gewöhnlich lese ich diese Beiträge gerne. Aber hier spielen wirre Ressentiments mit! Der Begriff „Heiliges Land“ bezieht sich nicht auf die geographischen oder staatlichen Umrisse von Israel, sondern auf den ehemaligen Lebensraum Jesu und nichts anderes. Der Hinweis auf die Inquisition ist, liebevoll ausgedrückt, unangebracht. Und die Nennung der Organisation „Caritas“ ist in diesem Zusammenhang schlicht Pauschal-Verurteilung.

  2. Henny Jahn schreibt:

    Ihre Einschätzung gehört Ihnen, das ist Ihr gutes Recht. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass sehr oft (natürlich nicht immer) der Begriff „Heiliges Land“ von katholischen (und evangelischen, da aber seltener) Palästinenserliebhabern benutzt wird, die den Staat Israel und auch dem jüdischen Volk an sich sehr kritisch gegenüberstehen und auch Apartheid unterstellen. Fremdenführer z. B. bei christlichen Pilgerreisen sind häufig christliche Araber vor Ort, die gehörig Stimmung gegen Israel machen und allerhand Nonsense verbreiten. Richtigstllung durch den begleitenden Reiseführer aus Deutschland? Fehlanzeige. Ich bin dort oft oft genug unter false flag gesegelt, so dass ich weiß, wovon ich spreche. Und ja, zugegeben, von wegen „Inquisition“, man könnte aus dem Artikel locker dreie machen. Kirchliche Insider wissen sicher, wovon ich spreche, wie mit Nonkonformisten verfahren wird…

  3. Dr. Franco Rest schreibt:

    Es gibt immer solche und solche…. Wenn ich (aus welchem Mund auch immer) „Heiliges Land“ höre, ist dies nach Norden (Libanon) und Osten (große Teile des heutigen Jordanien, die sogn. Palästinensergebiete ohnehin, also das frühere Nabbatäa) erheblich größer als das heutige Israel. Fremdenführer quatschen leider viel daher. Ich bin immer begeistert, wenn vom „Heiligen Land“ die Rede ist, weil dann eben der Libanon, Biblos, Askalon, Beersheba, Hebron, Golan, Bethlehem, Damaskus und vieles mehr eben dazu gehören…

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