Israelische Pflanzen für daheim: Eine Anleitung

Wer, so wie ich, irgendwann das Bedürfnis verspürt, ein lebendiges Urlaubsmitbringsel in Form einer Pflanze aus Israel (oder anderen Nicht-EU-Staaten) mit nach Hause zu bringen, sieht sich schnell mit dem EU-Recht in Konflikt.

Es geht dabei um Artenschutz, aber auch um Pflanzenschutz. Die Einfuhr von lebenden Pflanzen und deren Samen ist grundsätzlich nicht gestattet. Es gibt aber in Punkto Früchte eine Ausnahmeregelung von 3 kg pro Person für den Eigenbedarf, wenn diese Früchte augenscheinlich schädlingsfrei sind. Nun kann man sich natürlich fragen, warum man z. B. 3 kg israelische Mangofrüchte mitbringen darf, deren darin befindlichen Kerne (ohne Frucht drumrum) aber nicht. EU-Gesetze verstehe wer will. Man muss halt für sich das Beste draus machen.

Ich habe auch schonmal Dattelkerne und andere Palmkerne von Jerusalemer Altstadtpalmen gesammelt und vergessen, die Jackentasche am Flughafen zu leeren…hm, nun wachsen kleine Palmen auf der Terrasse in Kübeln und fühlen sich pudelwohl.Wer also z. B. ein israelisches Mangobäumchen haben möchte für den heimischen Wintergarten oder die Wohnung, der braucht nichtmal nach Israel reisen. Hier kommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selberziehen, denn israelische Mangos sind auch hier im Handel gerade jetzt wieder zu finden, und ich versichere Ihnen, dass alle israelischen Früchte, die ich bislang in Deutschland gekauft habe, auch keimen. Da kann man sich leider bei hiesigen Früchten wegen der zahllosen Hybridarten nie sicher sein.

Man genieße die Mango und schneide dazu das Fruchtfleisch um des längliche Kerngebilde herum ab:

Übrig bleibt dann am Ende dieses glitschige längliche Gebilde:

 

 

Ich werfe es gern eine Woche ins Aquarium, denn meine Fishe lieben es, daran herumzuknabbern, und dem Kern darin schadet es garnichts, im Gegenteil, er wird gut gewässert. Es handelt sich dabei nicht schon um den eigentlichen Kern sondern um eine panzerharte Schutzhülle, die man andernfalls (also ohne Hilfe der Fische) knacken muss.
Dazu nimmt man ein scharfes Messer und teilt sie an einer halbwegs zugänglichen Stelle vorsichtig hochkant in zwei Hälten. Das Gebilde hat eine Art Längsnaht, und die benutzt man für den Schnitt. Aber Vorsicht, das Ding ist sehr glitschig und widerspenstig und das Messer schnell mal abgrutscht. 😉

 

 

 

 

Wenn man diese Prozedur überstanden hat, findet man den eigentlichen Mangokern. Ist er vom Schnitt leicht verletzt, ist das kein Drama, solange der eigentliche Keim noch heil ist.

Seine hauchdünne dunkle Schutzhaut kann bereits abblättern, da sollte man dann auch nachhelfen, damit sie keinen Nährboden für Fäulnis bietet.
Der Kern kommt nun, ringsum in ein Blatt nasses Küchenpapier gewickelt, in eine Gefriertüte, die mit einem Schnellverschluss verschlossen wird.

Der Beutel kommt nun an einen warmen, nicht sonnigen Platz (bei mir die Aquarienabdeckung), und einmal in der Woche sollte man die Tüte lüften, den Kern vorsichtig abspülen und das Küchenpapier wechseln. Nach zwei bis vier Wochen hat der Kern kleine Wurzeln und einen grünlichen Keim angesetzt, so dass er in feuchte Aussaaterde gesetzt werden kann:

Wenn man das Pflänzchen etwas pflegt, beizeiten umtopft und immer etwas feucht hält, kann es schon nach einem Jahr so aussehen:

Übrigens las ich letztens mit einiger Verwunderung, dass es zahlreiche Länder gibt, die nicht einmal gestatten, einfache Steine als Mitbringsel zu exportieren. In der Türkei kann man seit Jahren schon dafür sogar im Gefängnis landen. Es gilt als Raub der Heimaterde, so die Ideologie dahinter. Damit haben die Israelis kein Problem. Ich habe aus allen Ecken und Enden irgendwelche Steine mitgebracht, und natürlich selbst gesammelte Kristallformationen vom Salzmeer. Nur sollte man selbstverständlich nicht Felsen dafür beschädigen, das gebietet schon allein der Respekt vor diesem Land. Es liegt loses Material genug herum. Israel ist im wahrsten Sinne des Wortes steinreich.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines, Israel, Israel, Judentum, Pflanzen und Gesundheit abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s