Einige Gedanken zu Trumps Besuch in Israel

Heute feiern die Bürger Israels die fünfzigjährige Wiedervereinigung Jerusalems. Gestern schon, am Vorabend, begann dieses Fest und endet heute mit dem Sonnenuntergang. An den Hauptfeierlichkeiten nahm Trump schon nicht mehr teil sondern reiste weiter – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wer auf frohe Botschaften und neuartige Eingebungen durch Trump im Bezug auf den Nahostkonflikt gehofft hatte, wurde enttäuscht – weil der Nahostkonflikt in Wahrheit kein bilateraler Konflikt sondern das Ergebnis einer einseitigen, andauernden Kriegserklärung an einen jüdischen Staat Israel ist. Wie soll da ein „Deal“ helfen? Neue Waffen FÜR Terroristen auf der einen Seite, neue Waffen GEGEN Terroristen auf der anderen Seite? In jedem Fall ein guter Deal für die amerikanische Rüstungsindustrie. Das ist die Hauptsache, America first.

Trump redet sich die Lösung nah herbei: Der Deal besteht schlichtweg in der irrigen Annahme, dass der gemeinsame Feind Iran Israel und die arabische Welt zusammenschweißen wird. Wenn sich Trump da mal nicht täuscht, denn der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund, und das wissen die Israelis nur allzugut, zumal die jüdischen.

An diesem heutigen Tag lohnt es sich in diesem Zusammenhang einmal Folgendes zu bedenken:

Sacharja 12:
Siehe, ich mache Jerusalem zum Taumelkelch für alle Völker ringsum… Und es soll geschehen an jenem Tag, daß ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewißlich daran wund reißen…

Trump wird sich selbstverständlich daran verheben, genau so, wie sich schon etliche andere daran verhoben haben, weil sie eben NICHT auf der Seite der wahrhaft Gutwilligen standen sondern mit Terroristen Scheinkompromisse eingegangen sind. Im Neusprech sind das nun „Deals“. Bei einem „Deal“ in Trumps bekannter Tradition verkauft man notfalls auch mal seine Mutter wenn der Preis stimmt. Wer die ehrlichen Gebete der Gutwilligen und Gottesfürchtigen dort nicht als höchsten Wert an sich anerkennt sondern die Stadt Jerusalem politisiert, wird sich gewiss daran verheben, und das gilt für ALLE Seiten:

nochmal: „Und es soll geschehen an jenem Tag, daß ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewißlich daran wund reißen… „

Israel wird sich nicht eingebildet haben, dass Trump der erwartete Messias ist. Für einen guten Deal (in wessen Sinne eigentlich gut?) schließt man Milliardengeschäfte mit Terrorstaaten ab, trifft sich mit Terrorunterstützern, zeigt sich in diesem Zusammenhang auch schon mal vor der Flagge eines fiktiven Staates, dessen einziges Ziel es ist, Israel auszulöschen. Man wohnt einem großen heuchlerischen Lamento von Mahmoud Abbas bei,  der das Attentat von Manchester so großartig bedauert hat, der aber mit Sicherheit insgeheim am meisten bedauerte, dass es nicht in Tel Aviv stattgefunden hat. Und natürlich findet man einen Besuch in der großen Holocaust-Gedenkstätte Yad VaSchem dann „so amazing“, ganz wie einen Besuch in Disneyland oder eine Episode von „Star Wars“. Es passt alles zusammen. Vor lauter innerer Distanziertheit (oder Abgestumpftheit?) hat man dann mit nichts irgendetwas zu tun sondern macht einfach seine Deals.

Sei wachsam, Israel!

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