Wer war Israel, wer IST Israel? (Teil 1)

Gleich eine provokante, scheinbar einfach zu beantwortende Frage zu Anfang: Mit wem hat G-tt den Bund am Sinai geschlossen? Antwort: Mit dem Volk Israel. Wer war das Volk Israel zu Zeiten des Bundesschlusses und zu Zeiten seines Stammvaters Abraham, wer war Abraham und welche Bedeutungswandlung erfuhr der Name „Israel“? Die Beantwortung dieser Fragen führt an denjenigen entscheidenden Kern der biblischen Botschaft, ohne dessen genaue Kenntnis alle weitere Deutung des Tanachs/der Bibel – auch des christlichen Teils – zur reinen Spekulation und damit unverbindlich und – falsch –  wird.

G-tt sagt zu Abraham (1 Mose 17, 5) „Man wird dich nicht mehr Abram nennen. Abraham (Vater der Vielen) wirst du heißen; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt.“; (1 Mose 13, 16): „Ich mache deine Nachkommen zahlreich wie den Staub auf der Erde. Nur wer den Staub auf der Erde zählen kann, wird auch deine Nachkommen zählen können.“ Abraham war der Stammvater der 12 Stämme der Israeliten. Er war kein Jude, diese gab es damals noch nicht, (genauso wenig wie Jeshua/Jesus ein Christ war, denn diese gab zu seiner Zeit ebenso wenig wie es zu Zeiten Abrahams Juden gab). Diese Differenzierungen klingen nach Haarspalterei, sind aber entscheidend für das Verständnis der weiteren Geschichte des Volkes Israel und räumen auf mit verklärenden Klischees, die bis auf den heutigen Tag für tiefgreifende Zerwürfnisse zwischen Juden und Christen sorgen. Sie mögen für manche Menschen verstörend sein. Nur, wer die biblische Wahrheit erkennt und bereit ist, überkommene und zigtausendfach wiederholte und gelehrte Irrtümer einzugestehen und zu korrigieren – mag diese Wahrheit nun gefallen oder nicht – ist im religiösen Sinne wirklich frei.

Abraham war Heide, ein Chaldäer (1. Mose 11, 31). Abraham wurde das erste Mal im 1. Buch Mose 14, 13 als „Hebräer“ (= der Überquerende) bezeichnet (er überquerte den Euphrat). Er  hatte mit Sarah seinen verheißenen Sohn, Isaak, dieser wiederum zeugte Jacob.  Jacob wurde in „Israel“, also „Gott streitet (für uns)“ vom HERRN selbst umbenannt nachdem Jacob/Israel erfolgreich mit dem Engel des Herrn gerungen hatte (1 Mose 32,23–33). Israel zeugte 12 Söhne, die Stammväter und Namensgeber der 12 Stämme Israels.

Zu dieser Geschichte gehört eine kleine aber sehr bemerkenswerte Textstelle bei 1 Mose 21,1, die schnell überlesen wird: „Und der HERR suchte heim Sara, wie er geredet hatte, und tat mit ihr, wie er geredet hatte.Was war also diese „Rede“ und die „Tat“? (1 Mose 18, 10) Es war die Verheißung, dass die beiden Menschen Abraham und Sara einen gemeinsamen (!) (1 Mose 17, 3 ff) Sohn haben werden, dafür tat der Herr angesichts des Alters Saras ein Wunder. Aus dem Samen Abrahams sollen viele Völker hervorgehen.

Der Bundesschluss mit den Israeliten am Berg Sinai bei Übergabe der 10 Gebote

Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern, denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ (2. Mose 19,5)

Den Bund schloss Gott mit ALLEN 12 Stämmen Israels am Sinai, die Moses aus der ägyptischen Knechtschaft herausgeführt hatte, daher gelten auch sämtliche dort gegebenen Gebote für alle 12 Stämme – mit weitreichenden Folgen für die zukünftige Geschichte der Israeliten. Das ist wichtig und wird heute gern übersehen. Mitnichten also gelten die Gebote des Mose nur für die Juden, wie dies gern behauptet wird, sie gelten vielmehr für alle Israeliten.

Doch der väterliche Segen Jacobs/Israels wird später aufgeteilt. Jeder einzelne Stamm bekommt seinen Anteil am  Segen Jacobs 1. Mose 49, 1: „Und Jacob berief seine Söhne und sprach: Versammelt euch, dass ich euch verkündige, was euch begegnen wird in künftigen Zeiten.  Kommt her und höret zu, ihr Kinder Jacobs, und höret euren Vater Israel.

Der Stamm Juda sticht bereits hier heraus und bekommt eine besondere Rolle zugewiesen, er bekommt den königlich-priesterlichen Segen (1 Mose 49, 8): „Juda (Orig: Jehuda: יהודה), du bist’s; dich werden deine Brüder loben. Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Halse sein; vor dir werden deines Vaters Kinder sich neigen. Juda ist ein junger Löwe. Du bist hoch gekommen, mein Sohn, durch große Siege. Er ist niedergekniet und hat sich gelagert wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer will sich wider ihn auflehnen? Es wird das Zepter von Juda nicht entwendet werden noch der Stab des Herrschers von seinen Füßen, bis dass der Held komme; und demselben werden die Völker anhangen. (…)

Josef wiederum bekommt einen Segen leiblich-materieller Art (1 Mose 49, 22ff): „Joseph ( יוסף) wird wachsen, er wird wachsen wie ein Baum an der Quelle, dass die Zweige emporsteigen über die Mauer. Und wiewohl ihn die Schützen erzürnen und wider ihn kriegen und ihn verfolgen, so bleibt doch sein Bogen fest und die Arme seiner Hände stark durch die Hände des Mächtigen in Jacob, durch ihn, den Hirten und Stein Israels. Von deines Vaters Gott ist dir geholfen, und von dem Allmächtigen bist du gesegnet mit Segen oben vom Himmel herab, mit Segen von der Tiefe, die unten liegt, mit Segen der Brüste und des Mutterleibes. Die Segen deines Vaters gehen stärker denn die Segen meiner Voreltern, nach Wunsch der Hohen in der Welt, und sollen kommen auf das Haupt Josephs und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern.“ Dieser Segen geht später auf Ephraim über.

Etwa 40 Jahre nach der ägyptischen Gefangenschaft, als die Kinder Israels am Jordan standen, sprach G-tt Segen und Fluch über Israel aus (5. Mose 28 ff.). Dort bekräftigt er seinen Bund mit den Kindern Israel (5. Mose 28, 69):  „Dies sind die Worte des Bundes, den der HERR dem Mose geboten hat zu machen mit den Kindern Israel (Orig: bnei jisrael: בני ישראל ) in der Moabiter Lande, zum andernmal, nachdem er denselben mit ihnen gemacht hatte am Horeb.

5 Mose 29, 10 ff. : „Ihr stehet heute alle vor dem HERRN, eurem Gott, die Obersten eurer Stämme, eure Ältesten, eure Amtsleute, ein jeder Mann in Israel, eure Kinder, eure Weiber, dein Fremdling, der in deinem Lager ist, dein Holzhauer und dein Wasserschöpfer, dass du tretest in den Bund des HERRN, deines Gottes, und in den Eid, den der HERR, dein Gott, heute mit dir macht, auf dass er dich heute ihm zum Volk aufrichte und er dein Gott sei, wie er dir verheißen hat und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat. Denn ich mache diesen Bund und diesen Eid nicht mit euch allein, sondern sowohl mit euch, die ihr heute hier seid und mit uns stehet vor dem HERRN, unserm Gott, als auch mit denen, die heute nicht mit uns sind.

Bereits hier wird deutlich, dass es nicht um eine genetische Erblinie geht, denn dazu gehörten weder die „Fremdlinge“, die „Wasserschöpfer“ oder die „Holzhauer“. Aber auch sie zählten vor G-tt zum Hause Israel, weil sie unter seinen Stämmen lebten und wirkten. Auch sie unterstanden seinen Geboten.

Ab Kapitel 29, 21 ff folgt die Androhung der Vertreibung aus dem gelobten Land, wie sie sich späterhin ja auch erfüllt hat.

Warum aber die Vertreibung? 5. Mose 29, 24 f. „Und man wird antworten: Weil sie den Bund verlassen haben, den JHWH, der Gott ihrer Väter, mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus Ägypten führte, weil sie angefangen haben, anderen Göttern zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen, Göttern, die sie vorher nicht einmal gekannt hatten und die er ihnen nicht zugewiesen hatte.

Vorgeschichte der Vertreibung

Salomo (der Name leitet sich von heb. shalom „Friede“ ab), der Sohn Davids, übernahm als dritter König die Herrschaft über das gesamte Haus Israel; er ließ in Jerusalem den ersten Tempel bauen. Salomo regierte von 970 v. Chr. bis ca. 931 v. Chr., also etwa 40 Jahre lang, und unter seiner Herrschaft herrschte Frieden im Reich.  Er war für seine Klugheit und Weisheit weit über sein Reich hinaus berühmt.

Im 1. Buch der Könige ist seine Regentschaft beschrieben. Er teilt das Reich in 12 Gaue ein, so das jedem israelitischen Stamm ein Gau zufällt. Nach dem Tode Salomos zerfällt das seit David bestehende Reich in ein Nordreich und ein Südreich Bis dahin waren beide EIN Reich, und es nannte sich Israel, nun aber folgte die Trennung in Israel (Nordreich, Hauptstadt Samaria) und Juda (Südreich, Hauptstadt Jerusalem). In der Folge wird in der Bibel synonym von Israel/Haus Joseph/Ephraim gesprochen. Durch die Teilung in zwei Reiche folgt ein Begriffswechsel, denn Israel ist fortan nur noch das Nordreich, das Südreich aber ist Juda.

Später folgende Könige Israels, sowohl Ahab als auch sein Sohn Ahasja, machten sich des schwersten aller Vergehen schuldig, sie brachen den Bund mit JHWH, da sie den Baal und nicht JHWH anbeteten. (5. Mose 29, 24 f). Entscheidend hierzu auch die bereits erwähnte lange Bibelstelle 5. Mose 28 ff, bei der Segen und Fluch und die Bekräftigung des Bundes erfolgt.

Das Südreich Juda besteht – daher der Name, aus dem späterhin die Religionsbezeichnung „Juden“ wurde – aus den Stämmen Juda und Benjamin und einem Teil Levis, des Priesterstammes. Die anderen 9 Stämme und der übrige Teil Levis gehörten fortan dem Nordreich (Israel) an, waren also KEINE Juden. Salomo machte sich des Götzendienstes  und der Hurerei schuldig. Nach ihm folgte für das Nordreich der König Jerobeam und für das Südreich Rehabeam. Der Prophet Ahija sagte  zu Jerobeam:  1 Könige 11, 31ff „Nimm dir zehn Stücke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Königtum weg und gebe dir zehn Stämme. Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt habe. Denn er hat mich verlassen und Astarte, die Göttin der Sidonier, Kemosch, den Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der Ammoniter, angebetet. Er ist von meinen Wegen abgewichen und hat nicht wie sein Vater David das getan, was mir gefällt; er hat meine Gebote und Satzungen übertreten. Doch werde ich ihm das Königtum nicht ganz wegnehmen. Wegen meines Knechtes David, den ich erwählt habe und der meine Befehle und Gebote befolgt hat, lasse ich ihm die Herrschaft, solange er lebt. Erst seinem Sohn werde ich das Königreich nehmen und dir zehn Stämme geben. Seinem Sohn werde ich einen einzigen Stamm geben (Anmk.: Juda), damit meinem Knecht David für immer eine Leuchte vor mir bleibe in Jerusalem, der Stadt, die ich erwählt habe, um auf sie meinen Namen zu legen. Dich aber will ich nehmen, damit du ganz nach deinem Begehren herrschen kannst; du sollst König von Israel sein. Wenn du nun auf alles hörst, was ich dir gebiete, auf meinen Wegen gehst und das tust, was mir gefällt, wenn du meine Gebote und Befehle befolgst wie mein Knecht David, dann werde ich mit dir sein. Ich werde dir ein Haus bauen, das Bestand hat, wie ich es für David gebaut habe, und dir Israel übergeben.  Die Nachkommen Davids werde ich für den Abfall bestrafen, doch nicht für alle Zeiten.

Zum Verständnis des obigen Bibeltextes: David wurde zum König über den  Südstamm Juda durch den Prophet Samuel in Bethlehem gesalbt. (1 Sam 16,1). Die Selbstverständlichkeit, mit der eine Spaltung Israels in ein Nord- und ein Südreich schon für Davids Lebenszeit berichtet wird, lässt den Schluss zu, dass diese Zweiteilung, die die Bibel erst für die Zeit nach dem Tode Salomos bezeugt, womöglich wesentlich älter war. Das Nordreich war in Anzahl der Menschen wesentlich größter als das Südreich, denn es waren immerhin 10 Stämme von 12, so hat es den ursprünglichen Namen für das gesamte Reich behalten: Israel

597 v. Ch. geht das Südreich, also Juda, ins babylonische Exil. Das Exil beginnt mit der Eroberung Jerusalems und des Königreiches Juda durch den babylonischen König Nebukadnezar II. und dauert bis zur Eroberung Babylons 539 v. Chr. durch den Perserkönig Kyros II. Von Gefangenschaft kann aber im historisch-kritischen Sinne nicht gesprochen werden. Juda hatten in Exil u.a. das Privileg, seine religiöse Identität zu wahren. In dieser Zeit erlebte die jüdische Kultur und Religion eine Hochblüte. Die Sehnsucht nach der alten Heimat aber führte einen Teil von ihnen aus dem Exil heraus und zurück in ihre alte Heimat. Ihre Identität blieb kontinuierlich gewahrt – bis auf den heutigen Tag.

Das Nordreich (Israel) aber brach fortwährend die Gesetze Gottes. Dies betraf sowohl die Anbetung von Götzen, die Fertigung und Anbetung von Götzenbildern, das Brechen der Speisevorschriften als auch das Treiben von Unzucht. Infolgedessen – so die biblische Deutung – musste das Nordreich in die Gefangenschaft nach Assyrien (Zweistromland, Mesopotamien).

Die Stämme des Nordens kehrten nie wieder in ihre alte Heimat zurück, stattdessen assimilierten sie sich mit den Völkern und waren verstreut „bis an die Enden der Erde“. Der bedeutende jüdische Historiker Flavius Josephus (Joseph ben Mathitjahu ha Kohen, 37/38 bis nach 100 nach Chr.) schrieb über ihren Verbleib (XI. Buch, Kapitel 5, 330/331):Josephus Seite 330

Josephus Seite 331

Somit verloren sie allmählich ihre Identität. Dies war die Erfüllung der zahlreichen Prophetien, als Strafe für den fortwährenden Bundesbruch mit JHWH. Laut Jeremia (31,31-34) wird ihre Identität durch einen neuen Bund erst in der Endzeit offenbart. Denn JHWH garantiert Abraham und dessen Nachkommen auf ewig seinen Segen. Jer. 31, 31-34: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen; nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern machte, da ich sie bei der Hand nahm, dass ich sie aus Ägyptenland führte, welchen Bund sie nicht gehalten haben, und ich sie zwingen mußte, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel machen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben; und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein; und wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: „Erkenne den HERRN“, sondern sie sollen mich alle kennen, beide, klein und groß, spricht der HERR. Denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünden nimmermehr gedenken.“

Ez. 11, 16: „Darum sprich du: So spricht der HERR: Ja, ich habe sie fern weg unter die Heiden lassen treiben und in die Länder zerstreut; doch will ich bald ihr Heiland sein in den Ländern, dahin sie gekommen sind. Darum sprich: So sagt der Herr, HERR: Ich will euch sammeln aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreut seid, und will euch das Land Israel geben. Da sollen sie kommen und alle Scheuel und Greuel daraus wegtun. Und ich will euch ein einträchtiges Herz geben und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus eurem Leibe und ein fleischernes Herz geben, auf daß sie nach meinen Sitten wandeln und meine Rechte halten und darnach tun. Und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr Gott sein. Denen aber, so nach ihres Herzens Scheueln und Greueln wandeln, will ich ihr Tun auf ihren Kopf werfen, spricht der HERR.

Hos. 7, 9 ff: „Ephraim mengt sich unter die Völker; Ephraim ist wie ein Kuchen, den niemand umwendet. Fremde fressen seine Kraft, doch will er’s nicht merken; er hat auch graue Haare gekriegt, doch will er’s nicht merken. Und die Hoffart Israels zeugt wider sie ins Angesicht; dennoch bekehren sie sich nicht zum HERRN, ihrem Gott, fragen auch nicht nach ihm in diesem allem. Denn Ephraim ist wie eine verlockte Taube, die nichts merken will. Jetzt rufen sie Ägypten an, dann laufen sie zu Assur. Aber indem sie hin und her laufen, will ich mein Netz über sie werfen und sie herunterholen wie die Vögel unter dem Himmel; ich will sie strafen, wie man predigt in ihrer Versammlung.“

Amos 9. 8: „Siehe, die Augen des HERRN sehen auf das sündige Königreich, dass ich’s vom Erdboden vertilge; wiewohl ich das Haus Jakob nicht ganz und gar vertilgen will, spricht der HERR. Denn siehe, ich will befehlen und das Haus Israel unter alle Heiden sichten lassen, gleichwie man mit einem Sieb sichtet, und kein Körnlein soll auf die Erde fallen.

Hosea 8,8: „Israel wird aufgefressen; die Heiden gehen mit ihnen um wie mit einem unwerten Gefäß, darum daß sie hinauf zum Assur laufen wie ein Wild in der Irre. Ephraim schenkt den Buhlern und gibt den Heiden Tribut. Dieselben Heiden will ich nun über sie sammeln; sie sollen der Last des Königs der Fürsten bald müde werden. Denn Ephraim hat der Altäre viel gemacht zu sündigen; so sollen auch die Altäre ihm zur Sünde geraten. Wenn ich ihm gleich viel tausend Gebote meines Gesetzes schreibe, so wird’s geachtet wie eine Fremde Lehre. Ob sie schon viel opfern und Fleisch herbringen und essen’s, so hat doch der HERR kein Gefallen an ihnen; sondern er will ihrer Missetat gedenken und ihre Sünden heimsuchen; sie sollen wieder nach Ägypten kommen! Israel vergißt seines Schöpfers und baut Paläste; so macht Juda viel feste Städte; aber ich will Feuer in seine Städte schicken, welches soll seine Häuser verzehren.

5 Mose, 30, 1-6: „Wenn nun über dich kommt dies alles, es sei der Segen oder der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du in dein Herz gehst, wo du unter den Heiden bist, dahin dich der HERR, dein Gott, verstoßen hat, und bekehrst dich zu dem HERRN, deinem Gott, das du seiner Stimme gehorchest, du und deine Kinder, von ganzem Herzen und von ganzer Seele, in allem, was ich dir heute gebiete, so wird der HERR, dein Gott, dein Gefängnis wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder versammeln aus allen Völkern, dahin dich der HERR, dein Gott, verstreut hat Wenn du bis an der Himmel Ende verstoßen wärest, so wird dich doch der HERR, dein Gott, von dort sammeln und dich von dort holen  und wird dich in das Land bringen, das deine Väter besessen haben, und wirst es einnehmen, und er wird dir Gutes tun und dich mehren über deine Väter.  Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf dass du leben mögest.

Die prophezeihte Rückkehr des Hauses Israel ist bis auf den heutigen Tag nicht erfolgt, nur das Haus Juda hat seine Identität bewahrt und lebt in großen Teilen im gelobten Land. Wo aber ist das Haus Israel? Es steht deutlich in allen Prophezeihungen: Unter den Heiden, zerstreut bis an alle vier Enden der Erde. Und auch dies steht in den Prophetien: Es weiß nichts mehr von seiner Identität.

Fortsetzung folgt.: Teil II: >>>

Dieser Beitrag wurde unter Christentum, Israel, Israel, Judentum, Judentum, Tachles abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Wer war Israel, wer IST Israel? (Teil 1)

  1. Cayceportal schreibt:

    Großartiker Artikel, Henny, endlich habe ich es geschafft, ihn zu lesen! Gut recherchiert. Ich glaube aber, es ist nur die große Masse, die von ihrer Identität nichts mehr weiß. Das Haus Israel lebt und wir alle sind Teil davon, auch wenn so manchem das nicht schmecken mag. Ich muss doch wirklich mal ernsthaft erforschen, was Edgar Cayce dazu gesagt hat …

  2. Pingback: Wer war Israel, wer IST Israel? (Teil 3), Exkurs: Ersatztheologie | Henny Jahn הני יאן

  3. Pingback: Wer war Israel, wer IST Israel? (Teil 2) | Henny Jahn הני יאן

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s